Thurgauer Schulleiter kündigen en masse

Der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Thurgau will sich zunehmend professionalisieren. Wie das genau geschehen soll, war auch Gegenstand an der diesjährigen Generalversammlung in Weinfelden.

Christof Lampart
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WEINFELDEN. Vor 55 von 136 Mitgliedern und in Anwesenheit von Regierungsrätin Monika Knill und dem Leiter Amt für Volksschule, Walter Berger, betonte der Präsident des Verbands der Schulleiterinnen und Schulleiter Thurgau (VSLTG), Markus Villiger, Romanshorn, im Weinfelder Paul-Reinhart-Schulhaus, dass es dringend notwendig sei, dass die Verbandsarbeit zunehmend professioneller werde. Es könne nicht sein, dass er sich bei Verhandlungen mit diversen Amtsstellen als einziger «Milizler» sich Verhandlungspartnern gegenübersehe, die ihre Arbeit hauptberuflich machten. Wie das Problem gelöst werden könne – sei es dass die Geschäftsstelle den Vorstand entlaste oder der Präsident ein kleines bezahltes Pensum habe – sei noch Gegenstand von Beratungen und somit offen, so Villiger.

Mehr Kantonsräte gefordert

Auch wäre es wünschenswert, wenn sich die Schulleiter vermehrt politisch betätigten, betonte Villiger. Man habe mit Hannes Bär (SP, Riedt bei Erlen) gerade einmal einen vollamtlichen Schulleiter im Kantonsrat. Das sei zu wenig, wenn man als Berufsverband seine eigenen Anliegen erfolgreich einbringen wolle. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn bei den kommenden Kantonsratswahlen mehr Schulleiterinnen und -leiter an den Start gingen, sagte Villiger.

Besorgt um Fachkräftemangel

Regierungsrätin Monika Knill lobte die Zusammenarbeit mit den Schulleiterinnen und Schulleitern ausdrücklich. Der Verband sei «sehr aktiv» und schaffe «hervorragend» in den diversen Arbeitsgruppen mit. Zugleich wolle der Kanton das Seinige dazu beitragen, dass die Arbeit eines Schulleiters mehr wertgeschätzt werde. Das ist nicht zuletzt deshalb notwendig, weil auch im Departement für Erziehung und Kultur der Fachkräftemangel an Schulleitern Sorgen bereitet. «Ein Patentrezept haben wir auch nicht. Aber ich hoffe, dass wir durch kleine Möglichkeiten wie Weiterbildung und sonstige Unterstützungen wieder eine bessere Basis hinbringen werden», so Monika Knill.

16 Posten neu besetzen

Zuvor hatte sich Villiger über eine «regelrechte Kündigungswelle» beklagt, welche die Thurgauer Volksschulen seit Jahresbeginn erfasst habe. Offiziell mussten seitdem 16 Schulleiter-Posten neu besetzt werden. Wie es im VSLTG-Jahresbericht heisst, «vermutet der Vorstand, dass insbesondere bei Kleinststrukturen die Möglichkeit einer behördengeleiteten Schule wieder vermehrt in Betracht gezogen wird. Im Weiteren wird die Vermischung von Schulbehördenfunktion in der einen Gemeinde und Schulleitungsfunktion in einer anderen Gemeinde beobachtet.»