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Thurgauer proben die Katastrophe

Sechs Such- und Rettungshunde begleiteten eine Übung des Zivilschutzes Thurgau mit über hundert Einsatzkräften. Die Thurgauer betraten dafür fremdes Terrain in Winterthur. Es galt, unter Trümmern verschüttete Personen zu finden.
Christoph Heer
Ein Erdbeben als Szenario: Der Thurgauer Zivilschutz übt die Suche nach Verschütteten. (Bild: pd)

Ein Erdbeben als Szenario: Der Thurgauer Zivilschutz übt die Suche nach Verschütteten. (Bild: pd)

WINTERTHUR. Den Helfern bietet sich ein Szenario, wie es kürzlich in Mittelitalien eintraf. Ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala lässt Häuser einstürzen. Dutzende Nachbeben dürften folgen. Der Zivilschutz Kanton Thurgau (Kantonales Katastrophen Einsatzelement und die Zivilschutzregion Regio Frauenfeld), der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde (Redog) sowie die Schweizer Luftwaffe mit einem Helikopter trafen am Donnerstagmorgen auf ein solches Szenario auf dem Winterthurer Ausbildungszentrum Ohrbühl.

Ihr Ziel: Rettungen aus Trümmerlagen nach einem Erdbeben in einem interkantonalen Katastrophenhilfeeinsatz. Unter möglichst realistischen Bedingungen starteten die Rettungsaktionen, involviert waren dabei um die 100 Einsatzkräfte.

Der Hund – unser Lebensretter

Wenn Mensch und Maschine an ihre Grenzen stossen, wenn äussere Bedingungen zu schwierig sind, um verschüttete Personen ausfindig zu machen, dann hilft Redog. An der ganztägigen Übung waren insgesamt sechs Rettungshunde vor Ort, vier davon kamen in den Einsatz. Die Hunde sind dazu ausgebildet, unter Trümmern und Geröll verschüttete Personen zu lokalisieren und dem Hundeführer durch Bellen und Verharren anzuzeigen.

Es funktionierte im Ohrbühl einwandfrei, was die Einsatzleiter überaus zufrieden stimmte. Die Verschütteten wurden aufgespürt, womit einer sicheren Bergung nichts mehr im Wege stand. Doch so einfach scheint das nicht. Denn sind die Häuser einsturzgefährdet, muss ein grosses Mass an Sicherheit an den Tag gelegt werden. Gruppenführer Fabio Tornese aus Sirnach sagte, dass man ein tolles Übungsgelände vorgefunden habe. «Hier können wir den Ernstfall proben, das Gelände ist genial.»

Kräfte überkantonal bündeln

Warum aber trainieren die Thurgauer Einsatzkräfte im benachbarten Kanton? Die Antwort liegt auf der Hand, denn bei Grossereignissen sollen die vorhandenen Ressourcen für das Wohl der Allgemeinheit gebündelt werden. Positiv ist indes auch der Effekt, dass man das vertraute Übungsgelände für einmal verlassen und auf fremdem Terrain trainieren kann. Der Zivilschutz Thurgau besteht aktuell aus zwölf Zivilschutzregionen (ZSR) sowie dem Kantonalen Katastrophen-Einsatzelement (KKE) mit 2000 Angehörigen des Zivilschutzes. Während das KKE als Stützpunkt das ganze Kantonsgebiet abdeckt, sind die zwölf ZSR regional verankert.

Innerhalb der Reorganisation werden nächstens fünf Zivilschutzorganisationen gebildet, die den fünf Bezirken des Kantons Thurgau entsprechen.

Hohe Ansprüche

Auch wenn es «nur» eine Übung war, die Anforderungen an alle Beteiligten waren hoch. Die Hitze war das eine, die Trümmerlage das andere. Auch das Bergungsmaterial wie Bohrmaschinen, Akustiksonden oder Personentragen wurden auf das Intensivste geprüft. Für die Hunde gibt es nur ein Ziel: Rettung, egal ob Übung oder Ernstfall.

Als Beweis diente die Aktion mit einem Kameramann, welcher sich in den Trümmern versteckt hielt. Nur wenige Sekunden dauerte es, und der Katastrophenhund hatte ihn ausfindig gemacht.

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