Thurgauer Ortsbilder im Internet

FRAUENFELD. Das Thurgauer Amt für Denkmalpflege veröffentlicht die Inventardaten von 66 Thurgauer Ortsbildern von nationaler Bedeutung auf der kantonalen GIS-Internet-Plattform. Sie beruhen auf einer dreibändigen Buchreihe.

Thomas Wunderlin
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Die Altstadt von Diessenhofen zählt zu den geschützten Ortsbildern der Schweiz. (Bild: pd)

Die Altstadt von Diessenhofen zählt zu den geschützten Ortsbildern der Schweiz. (Bild: pd)

Ein zeitgemässes Instrument der Raumplanung bedeutet heute: verfügbar im Internet. Wenn es den Thurgau betrifft, so suchen Fachleute und interessierte Laien im Geoinformationssystem des Kantons (ThurGIS). Seit dem 20. April finden sie dort auch den Thurgauer Teil des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos). 66 Thurgauer Ortsbilder von nationaler Bedeutung können nun mühelos aufgerufen werden. Zu finden sind auch die Isos-Kulturlandschaften.

Von Urgeschichte bis heute

Das umfangreiche Arbeits- und Anschauungsmaterial kann auch Schülern bei der Vorbereitung eines Vortrags in Geographie oder Geschichte dienen.

So findet sich etwa bei Diessenhofen eine längere Übersichtsdarstellung der Stadtgeschichte vom dritten vorchristlichen Jahrtausend bis heute. Die Empfehlungen der Fachleute haben haben auch politische Bedeutung. So raten sie etwa: «Die historische Stadtanlage ist nach Möglichkeit vom fahrenden wie vom ruhenden Verkehr zu entlasten. Die alten Wehranlagen müssen integral erhalten werden; Neubauten über der Stadtmauer sind nicht zu erlauben.»

Das Isos ist ein weltweit einzigartiges nationales und flächendeckendes Ortsbildinventar, wie die Denkmalpflege mitteilt. Seine Anfänge reichen in die frühen 1970er-Jahre zurück. Die erste Thurgauer Ausgabe mit 339 Ortsbildern, davon 71 Orte von nationaler Bedeutung, entstand zwischen 1975 und 1985. Rund zwanzig Jahre später wurden die Ortsbilder von nationaler Bedeutung revidiert und vom Bundesrat in Kraft gesetzt. Das Inventar mit den nunmehr 66 Ortsbildern erschien 2009 als dreibändige Buchausgabe.

Im Feld verfügbar

Mit der Internetpublikation figuriert das Isos auf gleicher Höhe wie die andern Planungsgrundlagen. Gemäss Bedienungsfreundlichkeit übertreffe die GIS-Version das Buch deutlich, teilt der kantonale Denkmalpfleger Ruedi Elser mit. Das dürfte für die Arbeit im Feld zutreffen, da das Isos über Smartphone abgerufen werden kann.

Im Büro dürfte das Buch weiterhin erste Wahl bleiben. Im Internet-Isos führt übrigens ein Link zu einer PDF-Darstellung, die der Buchversion entspricht.