Thurgauer Konfirmanden beten öfter als andere

WARTH. Jeder fünfte Thurgauer Konfirmand betet oft bis sehr oft. Schweizweit ist es knapp jeder achte. 62 Prozent glauben an Gott, schweizweit sind es 51 Prozent. Dies ergab eine Studie der Universität Zürich unter Leitung von Professor Thomas Schlag und Theologin Muriel Koch.

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WARTH. Jeder fünfte Thurgauer Konfirmand betet oft bis sehr oft. Schweizweit ist es knapp jeder achte. 62 Prozent glauben an Gott, schweizweit sind es 51 Prozent. Dies ergab eine Studie der Universität Zürich unter Leitung von Professor Thomas Schlag und Theologin Muriel Koch. Bei der Präsentation am Samstag in der Kartause Ittingen bezeichnete Schlag die Thurgauer Beteiligung als extrem hoch, wie das Amt für Information der Evangelischen Landeskirche mitteilt. 50 von 66 Kirchgemeinden nahmen 2013 daran teil, 742 Jugendliche beantworteten zu Beginn ihres Konfirmandenunterrichts und kurz vor ihrer Konfirmation anonym rund 130 Fragen. Die Auswertung erlaubt den Vergleich unter neun europäischen Ländern.

Zufriedene Konfirmanden

Obwohl sich 79 Prozent zur Teilnahme am Konf-Unterricht gezwungen sahen, waren kurz vor ihrer Konfirmation doch 71 Prozent mit ihrer Konfirmandenzeit zufrieden. 81 Prozent erlebten gute Gemeinschaft in der Gruppe. Auf der Interessenskala war zu Beginn das Thema Freundschaft Spitzenreiter, später verstärkte sich das Interesse an Glaubensthemen.

Drei Viertel der Thurgauer Konfirmanden erwarten von ihrer Kirche, dass sie sich mutiger für Menschenrechte einsetzen soll. Schlag wertete diese Einstellung als «Beweis, dass Kirche im kulturellen Konsens mit Menschenrechten verknüpft wird. Das ist ein hohes Gut.»

Grosses Selbstbewusstsein

Befragt wurden auch die Pfarrer; 100 Prozent beurteilen ihre theologische Kompetenz für die Konfirmationsarbeit als gut. Europaweit ist das einmalig, schweizweit sehen sich 95 Prozent als kompetent. Aber nur 70 Prozent der Befragten im Thurgau machen gern Konfirmationsarbeit – 20 Prozent weniger als im Schweizer Schnitt.