Thurgauer Kantonsrat regelt vertrauliche Geburt

WEINFELDEN. Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch das revidierte Gesundheitsgesetz beraten. Es bringt neu die Funktion eines Kantonszahnarztes, schafft die Grundlagen für ein Krebsregister und regelt die vertrauliche Geburt.

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Die vorberatende Kommission schlug einstimmig vor, Regelungen für eine vertrauliche Geburt ins Gesetz aufzunehmen. Im Dezember 2013 hatte der Kantonsrat eine Motion abgelehnt, die eine sogenannte Babyklappe ermöglicht hätte. Damals war bereits die vertrauliche Geburt als Alternative vorgeschlagen worden.
Im Gesetz wird unter anderem geregelt, welche Informationen die Mütter preisgeben müssen. Auf die Angabe der Personalien wird verzichtet. Die vorgeschriebene Meldung ans Zivilstandsamt bleibt geheim.


In der Debatte sprachen sich alle Fraktionen für Eintreten aus. Regierungsrat Jakob Stark (SVP) lobte das revidierte Gesetz als «wieder zeitgemäss». Mit den Ergänzungen zur vertraulichen Geburt sei die Regierung einverstanden. Diese Möglichkeit werde nun konkretisiert, das Gesetz habe damit gewonnen.
Die Diskussion sprachen sich keine Votanten gegen die vertrauliche Geburt aus. Die Frauen befänden sich in einer absoluten Notlage, hiess es mehrfach. Der Thurgau sei der erste Kanton, der diese Möglichkeit sauber regle, stellte SVP-Kantonsrat Jürg Wiesli fest. Allen 49 Paragrafen des revidierten Gesetz wurde in erster Lesung zugestimmt. (sda)

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