Thurgauer Jäger gegen Baujagdverbot

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Weinfelden Im Kanton Thurgau sorgt eine Jagdmethode, die faktisch nicht mehr ausgeübt wird, für Diskussionen. Bei der Baujagd wird ein Hund eingesetzt, um einen Fuchs aus seinem Bau zu vertreiben. An der 87. Generalversammlung von Jagd Thurgau mahnte Präsident Bruno Ackermann am Samstag, die Jägerschaft solle in dieser Frage geeint und mit einer Stimme auftreten. Zum Thema wurde die Baujagd aufgrund eines Antrages von Philipp Ramsauer und Sandro Well­auer. Mit 158 zu 22 Stimmen bei zahlreichen Enthaltungen sprach sich die Versammlung erwartungsgemäss gegen das Baujagdverbot aus. Der Vorstand von Jagd Thurgau wird die Mitglieder des Grossen Rates informieren. Über die Frage, ob das Referendum gegen ein Jagdgesetz mit Baujagdverbot ergriffen wird, wurde nicht abgestimmt.

Der Tierschutzverband hat eine Volksinitiative für ein Baujagdverbot eingereicht. Wenn der Grosse Rat dem Baujagdverbot zustimmt, wird die Initiative ­zurückgezogen, erklärte Robert Zahnd, Jäger und Frauenfelder SVP-Kantonsrat. Auf Bundesebene wurde die Baujagd vor kurzem neu geregelt und mit hohen Hürden versehen. Peter Zenklusen, Vizepräsident von Jagd Schweiz, wandte sich dezidiert gegen eine Sonderregelung im Kanton Thurgau: «Wehret den Anfängen!» Reto Lagler, Jäger und CVP-Kantonsrat aus Ermatingen, sagte, dass sich die Regierung von Initiativen und Initiativdrohungen beeinflussen lasse. Er riet von einem Referendum ab, befürchtete aber bald weitere Einschränkungen für die Jagd. Andere ­Votanten sprachen von «Salamitaktik». SP-Regierungsrätin Cornelia Komposch verteidigte die Haltung der Regierung. Nach ihrer Ansicht sollte die Jägerschaft «diese Kröte schlucken». Sie versicherte, sie werde sich gegen zusätzliche Einschränkungen zur Wehr setzen: «Es gibt kein weiteres Salamirädchen.»

Das neue Jagdgesetz bringt neue Vorschriften und sieht ­regelmässige Schiessprüfungen vor. Im Kanton Thurgau fehlt eine geeignete Schiessanlage. Gemäss Komposch steht der Kanton dafür in der Pflicht. Sie zeigte sich weiter erfreut darüber, dass der Wolf im Kanton angekommen ist. Sie glaubt an ein Nebeneinander. (pm)