Thurgauer Bergfreunde feiern

Die Länta-Hütte der Sektion Bodan des Schweizerischen Alpenclubs wurde vor 100 Jahren eingeweiht. Sie steht im Valsertal im Kanton Graubünden. 1968 musste die Hütte nach einem Lawinenniedergang neu gebaut werden.

Martin Knoepfel
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Die Länta-Hütte von 1913 war Ausgangspunkt für Berg- und Skitouren im Adula-Massiv. (Bild: pd)

Die Länta-Hütte von 1913 war Ausgangspunkt für Berg- und Skitouren im Adula-Massiv. (Bild: pd)

FRAUENFELD. 1913 konnte die Sektion Bodan des Schweizerischen Alpenclubs ihre Hütte einweihen, nach rund zweijähriger Bauzeit. Am kommenden Wochenende feiert die Sektion deshalb das 100-Jahr-Jubiläum der Länta-Hütte. Die Sektion selber, eine von zwei im Thurgau, wurde 1901 in Romanshorn gegründet.

Die Länta-Hütte liegt im hintersten Teil des Valsertals auf über 2000 Metern Höhe im Grenzgebiet zwischen Graubünden und Tessin. Sie ist nur zu Fuss oder mit dem Mountainbike erreichbar. Heute dauert der Fussmarsch ab der Endstation der Postautolinie ins Valsertal etwas mehr als drei Stunden. Die ersten Besucher hatten noch neun Stunden Fussweg von Ilanz aus vor sich. Treibende Kraft hinter dem Bau war der erste Präsident der Sektion, Rudolph Scherb. Sein Ziel war, mit der Länta-Hütte eine Lücke auf der Karte der SAC-Hütten zu schliessen.

1967 zerstört

1922 wurde ein Hüttenwart angestellt. Das Pensum der Hüttenwarte wurde mit den Jahren mehrfach ausgedehnt, zum einen, weil es mehr Gäste gab, aber auch, weil einige Besucher die leere Hütte benutzten, ohne zu zahlen oder aufzuräumen.

Die erste Hütte bot gut 20 Personen Raum und lehnte sich an einen grossen Felsen an. Das verhinderte nicht, dass im Winter 1966/1967 eine Lawine die leere Hütte zerstörte. 1968 wurde die heutige Hütte mit 32 Plätzen am gleichen Ort wie die alte eingeweiht. Bei den Bauarbeiten verunfallte ein Sektionsmitglied tödlich. 1987 drückte ein Schneebrett eine Wand ein. Die Menschen in der Hütte blieben unverletzt. Die Hütte wurde repariert und erweitert. Zudem wurden ein Lawinenablenkkeil und eine neue Wasserversorgung erstellt. Von 2003 bis 2005 wurde die Hütte umgebaut. Das Dach erhielt sein heutiges Aussehen und der Hüttenwart ein Zimmer, in dem er stehen kann.

Seit 1987 liefern Photovoltaik-Zellen Strom. Im Jahr 2000 kam eine Wasserturbine dazu. Das Abwasser fliesst in einen Tank. 2004 erhielt die Hütte den Prix Wilderness für nachhaltigen Betrieb. Deshalb erledige der Hüttenwart heute noch kleine Transporte mit Lasttieren, sagt Reiner Bodmer von der Sektion Bodan.

Gegen Staudammprojekt

Die Länta-Hütte eignet sich als Ausgangspunkt für Gipfelbesteigungen und Rundwanderungen, da alte Wege instand gestellt wurden. Rund 2000 Personen im Jahr besuchen die Hütte, wobei das Wetter die Zahl stark beeinflusst. Keine Freude haben die Autoren der Jubiläumsschrift an den nach dem Beschluss zum Atomausstieg aufgewärmten Plänen eines Stausees auf der Alp unter der Hütte, wo der Rhein noch frei fliesst.

www.laentahuette.ch, www.SAC-bodan.ch

Die Dachgaube der neuen Länta-Hütte ist von Osten gut sichtbar. (Bild: pd)

Die Dachgaube der neuen Länta-Hütte ist von Osten gut sichtbar. (Bild: pd)

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