Thurgauer Autobesitzer sollen Oberlandstrasse finanzieren

FRAUENFELD. Die Thurgauer Autobesitzer sollen die umstrittene Oberlandstrasse (OLS) finanzieren – über die Motorfahrzeugsteuern, die um zehn Prozent erhöht werden. Bei der Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) hofft die Regierung auf den Bund.

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Die Thurgauer Autofahrer sollen die geplante Oberlandstrasse aus der eigenen Tasche bezahlen. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Die Thurgauer Autofahrer sollen die geplante Oberlandstrasse aus der eigenen Tasche bezahlen. (Bild: Donato Caspari/Archiv)

Nachdem der Grosser Rat Anfang Dezember die Linienführung der Bodensee- Thurtal-Strasse (BTS) und der Oberlandstrasse (OLS) bestimmt hat, plant die Thurgauer Regierung nun die Finanzierung der umstrittenen Strassenbauvorhaben.

«Wir sind zuversichtlich, dass der Bund die Hauptstrasse H14 von Bonau nach Arbon übernimmt und damit auch die Finanzierung der BTS in der Höhe von 800 Millionen Franken», sagte Baudirektor Jakob Stark am Freitag vor den Medien.

Strassenverkehrsabgaben erhöhen
Die Kosten für die OLS zwischen dem Oberthurgau und Kreuzlingen von rund 220 Millionen Franken muss der Kanton Thurgau tragen. Damit sich der Kanton nicht verschulden müsse, sollen die Strassenverkehrsabgaben um zehn Prozent erhöht werden. «Dies führt zu Mehreinnahmen von vier bis fünf Millionen Franken pro Jahr», sagte Justizdirektor Claudius Graf-Schelling.

Politischer Grundsatzentscheid
Parallel zur Botschaft über die Änderung des Gesetzes über die Strassenverkehrsabgaben schickt die Thurgauer Regierung auch denjenigen zum Netzbeschluss betreffend BTS und OLS in den Grossen Rat. Das Parlament entscheidet über den Netzbeschluss voraussichtlich im Frühling.

«Wir gehen davon aus, dass das Parlament diesen politischen Grundsatzentscheid der Volksabstimmung unterstellen wird», sagte Marco Sacchetti, Generalsekretär des Baudepartements. Eine allfällige Volksabstimmung wäre am 23. September oder am 15. November 2012. Baubeginn für die zwei Strassen wäre bei einem Ja des Volks frühestens 2018.

Entlastung für Dörfer
Die BTS soll als Schnellstrasse von der A1 bei Arbon durchs Thurtal den Anschluss an die Autobahn A7 bei Bonau herstellen und die bestehende Kantonsstrasse um 40 bis 60 Prozent entlasten. Gefahren werden soll mit Tempi zwischen 80 und 100 Stundenkilometern.

Die OLS soll in Ost-West-Richtung als Verbindung parallel zum Bodenseeufer Kreuzlingen und den Oberthurgau miteinander verbinden. Das Maximaltempo beträgt 80 Kilometer pro Stunde. Die Verkehrsreduktion betrage 30 bis 50 Prozent, sagte Stark.

Mehr als eine Milliarde Franken
Beide Strassen sollen gleichzeitig gebaut werden. Die Linienführung für die BTS wurde an mehreren Stellen gegenüber der 2010 vorgelegten Planung angepasst. Die Projekte kosten insgesamt 1,02 Milliarden Franken - die BTS rund 800 Millionen, die OLS etwa 220 Millionen Franken. (sda)