THURGAUER AM SONG CONTEST: "Wir wollen jeden Moment geniessen"

Der Thurgau mischt am Song Contest in Kiew mit: Samuel Forster von der Band Timebelle über den Sieg in der Schweizer Vorausscheidung, die Angst vor dem Absturz und seinen Bezug zum Song Contest.

Daniel Walt
Drucken
Teilen
Samuel Forster (Bild: pd)

Samuel Forster (Bild: pd)

Herr Forster, die Nacht auf Montag dürfte kurz gewesen sein für Sie…
Samuel Forster: Wir haben kurz, aber herzlich gefeiert. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses standen noch zahlreiche Medientermine an – und bereits eine erste Koordinationssitzung. Trotzdem bin ich noch zu vier, fünf Stunden Schlaf gekommen.

Hätten Sie im Traum daran gedacht, für die Schweiz einmal am Eurovision Song Contest antreten zu dürfen?
Forster: Gerechnet damit habe ich nicht. Es war ein Traum, der nun Wirklichkeit geworden ist.

Wie viele Reaktionen haben Sie auf den Sieg Ihrer Band Timebelle bereits erhalten?
Forster:Bisher sind weit über 200 Mitteilungen eingegangen. Ich werde mir Mühe geben, alle zu beantworten und zu verdanken.

Nach dem Sieg in der Schweizer Vorausscheidung ist die Absturzgefahr in Kiew gross. Keine Angst vor dem Satz "Switzerland – zero points"?
Forster: Nein. Null Punkte, zwölf Punkte – darüber machen wir uns keine Gedanken, sondern konzentrieren uns nur auf uns. Unser Vorteil ist: Wir sind breit aufgestellt. Zwei unserer Mitglieder stammen ursprünglich aus Rumänien, und unsere grössten Fans, die uns schon jahrelang unterstützen, kommen aus Spanien, Rumänien, Ungarn oder Frankreich.

Welchen Bezug haben Sie zum Eurovision Song Contest?
Forster: Ich habe den Gesangswettbewerb in den 1990er-Jahren jeweils zusammen mit meiner Grossmutter geschaut – allerdings nur die erste Hälfte. Noch vor der Punkteverteilung musste ich ins Bett.

Welche Momente sind Ihnen aus Schweizer Sicht speziell in Erinnerung geblieben aus den letzten Jahren?
Forster:Beispielsweise der Auftritt von Sebalter, der 2014 eine tolle Show geboten hat. Stark gehofft hatte ich 2007 mit DJ Bobo. Ich halte ihn für einen der besten Schweizer Musiker – er trifft den Nerv der Zeit und hat tolle Choreographien.

Trotzdem: Bereits im Halbfinal war für ihn Schluss.
Forster:Ja. Da habe ich mich schon gefragt, wer es für die Schweiz denn sonst schaffen soll.

Timebelle vielleicht.
Forster: Ja. Wir gehen hin, geben alles, nehmen, was kommt und wollen jeden Moment geniessen. Und wenn wir es dann ins Finale schaffen: umso besser.