Thurgau will trotz knapper Finanzen massvoll investieren

WEINFELDEN. Kultur, Bildung, Gesundheit: Hier will der Thurgauer Regierungsrat im nächsten Jahr 15,81 Millionen Franken investieren, wie er am Freitag mitteilte. Er unterbreitet die Baukredite dafür dem Grossen Rat als Beilage zur Budgetvorlage.

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Im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen werden die Ausstellungsräume auf der Nordseite saniert. Die Kosten von 4,6 Millionen Franken übernimmt der Kanton, sofern der Grosse Rat Ja sagt. Gleichzeitig soll für 11,25 Millionen Franken ein moderner Erweiterungstrakt gebaut werden. Hier steuert der Kanton 9 Millionen aus dem Lotteriefonds bei. Auch hier entscheidet das Parlament.

Internationale Standards
Regierungspräsidentin Monika Knill (SVP) sagte, das Kunstmuseum Thurgau müsse ausgebaut und saniert werden, damit man internationalen Standards genüge - das sei ein Muss, damit im Thurgau künftig Werke von Künstlern und Künstlerinnen mit Weltruf gezeigt werden könnten. Heute sind die Besucherzahlen des Kunstmuseums recht stark am Sinken.

Ein zeitgemässes Kunstmuseum
Robert Fürer, Vizepräsident des Stiftungsrats der Kartause Ittingen, sagte, der Erweiterungsbau sei nötig, weil die Volumina der Kunst, vor allen Dingen von zeitgenössischen Kunstschaffenden, grösser würden im 20. Jahrhundert und nicht in den Klausen der Mönche gezeigt werden könnten. Der Neubau erlaube grosszügige Wechselausstellungen. Der Bau ist ein langer Körper, der sich an die Kartause schmiegt. Der elegante Baukörper hat eine Ausstellungsfläche von rund 600 Quadratmetern und eine stattliche Höhe, die den Ausstellungsmachern ganz neue Möglichkeiten bieten. Der Begriff «Erweiterungsbau» ist technisch gemeint und entspricht Thurgauer Bescheidenheit. Besser wäre: Der Thurgau erhält bis Frühling 2014 ein richtiges Kunstmuseum.

Arenenberg-Kompetenzzentrum
Einen Kredit von 4,91 Millionen Franken beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat für den Neubau eines Kompetenzzentrums für Beratung im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg. Dieses Projekt wurde überarbeitet, nachdem die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GFK) des Parlaments im letzten Jahr zu hohe Kosten moniert hatte. Laut Baudirektor Jakob Stark wurden die Baukosten von 5,2 auf 4,9 Millionen Franken reduziert. Stimmt der Grosse Rat dem Kredit zu, soll im Frühling 2013 mit dem Bau begonnen werden. Der Bezug des Kompetenzzentrums, das rein aus Holz gebaut wird, ist 2014 geplant.

Spitaleingang in Frauenfeld
Der dritte Objektkredit von 6,2 Millionen Franken wird für den sogenannten Eingang Süd des Kantonsspitals Frauenfeld beantragt. Der neue Eingang steht in Zusammenhang mit einer von der Spital Thurgau geplanten Tiefgarage mit 420 Autoabstellplätzen. Geplant ist laut Markus Friedli, Chef Hochbauamt des Kantons Thurgau, den Eingang Süd des Kantonsspitals Frauenfeld Ende 2014 fertiggestellt zu haben. (sda)