Thurgau wappnet sich für Zulauf an Asylsuchenden

FRAUENFELD. Zusammen mit anderen kantonalen Ämtern plant das Thurgauer Sozialamt derzeit die Unterbringung für eine allfällig wachsende Zahl von Asylsuchenden. Die Annahme: Innert kurzer Zeit könnten 50‘000 Asylsuchende in die Schweiz kommen. Das hätte zur Folge, dass der Kanton Thurgau rund 1200 zusätzliche Plätze zur Verfügung stellen müsste.

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Der Thurgau muss rund 1'200 neue Plätze für Asylsuchende schaffen. (Bild: Archiv)

Der Thurgau muss rund 1'200 neue Plätze für Asylsuchende schaffen. (Bild: Archiv)

Die Eventualplanung solle aufzeigen, wie die Strukturen auf kantonaler Stufe ausgestaltet sein müssten, so dass sie einer temporären Unterbringung von 1200 Personen genügen würden. Das schreiben die Zuständigen des Departementes für Finanzen und Soziales in einer Medienmitteilung. Nebst der Unterbringung und Betreuung seien auch Fragen der Sicherheit und der medizinischen Versorgung zu lösen.

Lage in Kreuzlingen spitzt sich zu
Aktuell spitzt sich gemäss Kanton vor allem die Lage in den Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) - so auch in demjenigen in Kreuzlingen - zu. Diese Zentren werden vom Bund betrieben und sind für die Asylsuchenden eine erste Anlaufstelle. "Der Bund versucht die derzeitige Situation in den EVZ zu entschärfen, indem er zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten in Schutzanlagen und anderen Unterkünften organisiert", heisst es in der Mitteilung. Im Kanton Thurgau sei dies auf dem Gebiet der Stadt Kreuzlingen und der Gemeinde Sulgen geschehen.

Im Gegensatz zum Kanton Thurgau habe der Bund in den Kantonen St.Gallen und Schaffhausen zudem den EVZ vorgelagerte Auffangstrukturen, sogenannte Voraufnahmezentren, geschaffen. Diese bieten Asylsuchenden, die über die Grenze gelangen, solange eine Unterkunft, bis sie in einem EVZ befragt und registriert werden können.

Nach der Unterbringung in den Voraufnahmezentren und nach der Registrierung in den EVZ weist der Bund die Asylsuchenden den Kantonen gemäss einem bestimmten Verteilschlüssel zu. Ab diesem Zeitpunkt sind die Kantone für deren Betreuung zuständig. Wie sie die Aufgabe lösen, ob auf Ebene Kanton oder Gemeinden, liegt in der Aufgabenkompetenz der Kantone.

50 bis 90 zusätzliche Plätze
Im Kanton Thurgau übernimmt in einer ersten Phase der Kanton die Betreuung der zugewiesenen Asylsuchenden. Dafür stehen dem Kanton rund 300 Plätze in sechs Durchgangsheimen zur Verfügung. Den Betreuungsauftrag hat der Kanton der Peregrina-Stiftung, einer Stiftung der beiden Landeskirchen, erteilt.

Gegenwärtig erweitere das kantonale Sozialamt die Kapazitäten der Durchgangsheime durch Mietung zusätzlicher Unterkünfte, wie der Kanton im Communiqué festhält. Per Ende Jahr könne mit 50 bis 90 zusätzlichen Plätzen gerechnet werden. "In einer zweiten Phase verteilt das Sozialamt die Personen auf die Gemeinden des Kantons Thurgau gemäss einem vom Regierungsrat nach Massgabe der Einwohnerzahl festgelegten Verteilschlüssel." (pd/red.)