Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

THURGAU: Verteidiger des Reitstall-Betrügers: "Ein Telefonat hätte genügt"

Der hochverschuldete Reitstallbetreiber soll vor Gericht vom Betrugsvorwurf freigesprochen werden. Das hat am Mittwoch sein Verteidiger verlangt. Weil der Angeklagte aber noch anderes auf dem Kerbholz hat, sei er dafür angemessen zu bestrafen.
Im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - Geld dafür sah die Vermieterin immer weniger. (Bild: Andrea Stalder)

Im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - Geld dafür sah die Vermieterin immer weniger. (Bild: Andrea Stalder)

Der Angeklagte ging seit 2011 gegen 30 Personen um Geld an, das er aber grösstenteils nicht zurückzahlte. Laut Anklageschrift soll der Mittfünfziger die Gläubiger über seine desolaten finanziellen Verhältnisse getäuscht haben.

Das tat der Mann immer mit der gleichen Masche: Nach dem Tod seines Vaters habe er sehr bald eine grössere Erbschaft und Erträge aus einem Kiesgeschäft in Aussicht, erzählte er. Da er aber gerade finanziell in der Klemme stecke, brauche er einen Überbrückungskredit.

Der Angeklagte versprach vielen Gläubigern kurze Rückzahlfristen und hohe Zinsen. Zum Teil legte er den Geldgebern gefälschte Dokumente der Luzerner Gemeinde Luthern vor, die eine in Aussicht stehende Erbschaft bescheinigten. Insgesamt kam der Reitstallbetreiber und ehemalige CVP-Kantonspolitiker zu über 1,5 Millionen Franken.

"Trau, schau, wem"

Mit nur einem einzigen Telefonat hätten alle Geschädigten mit Leichtigkeit abklären können, ob die Geschichten des Angeklagten stimmen, betonte Verteidiger Hermann Lei in seinem Plädoyer. Nicht vergebens heisse es im Volksmund: "Trau, schau, wem".

Nach Ansicht der Verteidigung haben die Geprellten ihre Mitverantwortung nicht wahrgenommen. Viele der Gläubiger seien Geschäftsleute und verfügten damit mindestens über gewisse Kenntnisse im Geldwesen.

Auch die astronomischen Zinsen, die der Mann versprach, hätten eigentlich alle Alarmglocken schrillen lassen sollen. Stattdessen habe sich wohl manch einer der Geprellten davon verlocken lassen.

"Niemand, aber wirklich niemand prüfte genauer nach", sagte der Verteidiger. Deshalb könne man seinem Mandanten auch keine Arglist vorwerfen. Sein Mandant sei darum vom schwersten ihm zur Last gelegten Vorwurf, jenem des gewerbsmässigen Betrugs, freizusprechen.

Der Angeklagte hatte in der Befragung die Urkundenfälschung zugegeben. Weiter werden ihm auch Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz vorgeworfen, die er nicht bestritt. Für diese Tatbestände forderte der Verteidiger eine angemessene Strafe. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.