Thurgau stellt eine Ständerätin

Die CVP sieht in der Wahl von Brigitte Häberli vor allem einen Vertrauensbeweis. Die FDP führt ihre Niederlage darauf zurück, dass die andere Seite die Wähler zahlreicher an die Urnen brachte. Sie hat jetzt keinen Vertreter in Bern mehr.

Martin Knoepfel
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Freuen sich auf Bern: Der neue CVP-Nationalrat Christian Lohr (v. l.) sowie die Ständeräte Roland Eberle (SVP) und Brigitte Häberli (CVP). (Bild: Donato Caspari)

Freuen sich auf Bern: Der neue CVP-Nationalrat Christian Lohr (v. l.) sowie die Ständeräte Roland Eberle (SVP) und Brigitte Häberli (CVP). (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Schon kurz vor ein Uhr nachmittags war die Spannung weg im Medienzentrum in der Kantonsbibliothek und das Ergebnis der Ständeratswahl da. CVP-Kandidatin Brigitte Häberli hatte ihren Vorsprung gegenüber Max Vögeli (FDP) gegenüber dem ersten Wahlgang noch ausgebaut.

Häberli erhielt einen Blumenstrauss und wurde sogleich für Interviews und Fotos in Beschlag genommen. Staatsschreiber Rainer Gonzenbach nutzte die Chance und erinnerte die Ständerätin an die erste administrative Pflicht. Sie muss die Annahme der Wahl und den Verzicht aufs Nationalratsmandat erklären, damit der Grosse Rat am 23. November die Wahl bestätigen kann.

Bosshard: Vertrauensbeweis

Sie freue sich, dass das Stimmvolk Häberli so klar das Vertrauen ausgesprochen habe, sagte die Kantonalpräsidentin der CVP, Cäcilia Bosshard. Häberli werde eine gewichtige Stimme in Bundesbern haben. Bosshard freut sich persönlich, dass eine Frau gewählt wurde. Sie betonte aber sogleich, dass Häberli keine Alibifrau sei, sondern einen politischen Leistungsausweis habe. Häberli sagte, dass ihr Unterstützungskomitee mit Personen aus allen politischen Lagern und Altersgruppen sehr viel für den Sieg gearbeitet habe, nicht nur in den letzten drei Wochen.

Vögeli: Doppelmandat schadete

Er sei natürlich enttäuscht, räumte Vögeli ein. Ausschlaggebend für das Ergebnis sei gewesen, dass die andere Seite ihre Wähler wesentlich besser mobilisieren konnte. Darin waren sich Vögeli und FDP-Kantonalpräsident Bruno Lüscher einig. Das Doppelmandat habe ihm sicher geschadet, sagte Vögeli, vor allem in Weinfelden. «Die Leute wollen mich nicht gehen lassen. Das ehrt mich.» Die andere Seite habe diese Frage auch ausgeschlachtet. Er werde in vier Jahren nicht mehr für ein eidgenössisches Mandat kandidieren, sagte Vögeli.

Lüscher verhehlte am Telefon nicht, dass er sehr enttäuscht ist. Man müsse jetzt die Resultate pro Gemeinde analysieren. Die Niederlage sei sicher nicht auf die Kampagne zurückzuführen. Ob er das Präsidium der Partei abgeben werde, werde in den kommenden Wochen ein Thema sein.