Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

THURGAU: Sonderschulen wünschen sich Sonderlehrplan

Das heilpädagogische Zentrum Romanshorn ist dem neuen Lehrplan bezüglich individueller Lernziele schon Jahre voraus. Was jedoch fehlt, sind verbindliche Eckpunkte für die Sonderpädagogik.

In diesen Tagen geht das erste Semester seit der Einführung des Lehrplans Volksschule Thurgau zu Ende. Alle Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen müssen diesen Schritt für Schritt umsetzen. Anders sieht der Fall für die Sonderschulen mit kognitiv beeinträchtigten Schülern aus. «Wir haben Kinder, die nie Lesen und Schreiben lernen werden», erklärt Barbara Schwarzenbach, Gesamtleiterin des heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Romanshorn. Sie und ihr Team sind sich daher gewohnt, für jeden Schüler individuelle Lernziele zu erstellen und mit Kompetenzen zu arbeiten. «Wir formulieren ‹Kann-Ziele› für die verschiedensten Lebensbereiche – nicht nur für Schulfächer», sagt Schwarzenbach. Zum Beispiel: «Die Schülerin kann selbstständig im Coop einkaufen.»

Im heilpädagogischen Zentrum Romanshorn gibt es zehnjährige Kinder, die vom Entwicklungsstand her auf dem Niveau von Zweijährigen sind. «Wir können deshalb nicht mit Kompetenzzielen arbeiten, die auf das tatsächliche Alter ausgerichtet sind.» Bei jedem Kind muss abgeklärt werden, was der Entwicklungsstand für das Lernen bedeutet. «Vielleicht baut der Zehnjährige dann Türme.» Damit werden die mathematischen Grundlagen gefördert.

Ein eigener Lehrplan ist in Planung

Der Lehrplan Volksschule Thurgau ist für Sonderschulen mit kognitiv beeinträchtigen Kindern nicht verbindlich, Barbara Schwarzenbach ist diesem gegenüber aber positiv eingestellt. «Es geht in die richtige Richtung.» Sie schätzt zum Beispiel die Entwicklung, dass in Ergänzung zu den Zeugnisnoten neu differenzierte Beschreibungen der Kompetenzen dazugehören. In allen Sonderschulen erhält jedes Kind einen Förderbericht, in dem erklärt wird, an welchen Kompetenzen gearbeitet wurde und welche erreicht wurden.

Obwohl die Individualität für die Sonderschulen wichtig ist, hätte Schwarzenbach gerne ein wenig Verbindlichkeit. «Wir wären froh, wenn es einen Lehrplan für Sonderpädagogik gäbe.» Tatsächlich ist in dieser Richtung bereits etwas am Tun. Mehrere Kantone haben sich zusammengeschlossen und versuchen, Kompetenzen für den Bereich Sonderpädagogik zu formulieren. «Ich hoffe, in den nächsten zwei oder drei Jahren ist es dann soweit», sagt Schwarzenbach.

HPZ Romanshorn vermittelt Medienkompetenzen

Bis die Sonderschulen einen eigenen Lehrplan haben, versucht die Leiterin des HPZ Romanshorn, an ihrer Schule die Grundsätze des Lehrplans Volksschule so gut wie möglich zu übernehmen. «Wir überlegen, wie wir unseren Schülern Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien beibringen können.» Schwarzenbach und ihr Team brechen die Kompetenzen auf das Niveau ihrer Schüler runter. «Diejenigen, die nicht Lesen und Schreiben können, beschäftigen sich dann mit Ton und Bild.» So könne ein Kind beispielsweise Sprachnachrichten nutzen, um mittels Handy zu kommunizieren. «Eine Arbeitsgruppe ist daran, die Überlegungen zu Papier zu bringen. Noch sind wir nicht soweit.»

Mit denjenigen Schülern, die Facebook und Instagram nutzen, werden die Lehrpersonen des HPZ Romanshorn auch die Gefahren der sozialen Medien thematisieren. «Ich glaube, unsere Schüler sind oft naiver und vielleicht auch freizügiger als andere Kinder. Wir legen besonderen Wert darauf, dass sie den sorgfältigen Umgang mit diesen Medien lernen.»

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.