Thurgau soll Anlehre wieder einführen

WEINFELDEN. Im Kanton Thurgau soll die vor zehn Jahren abgeschaffte Anlehre für leistungsschwache Jugendliche wieder eingeführt werden. Der Grosse Rat hat am Mittwoch eine entsprechende Motion mit 59 Ja– gegen 52 Nein-Stimmen überwiesen.

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Leistungsschwachen Jugendlichen soll im Thurgau der Berufseinstieg mittels Anlehre ermöglicht werden. (Bild: Keystone/Archiv)

Leistungsschwachen Jugendlichen soll im Thurgau der Berufseinstieg mittels Anlehre ermöglicht werden. (Bild: Keystone/Archiv)

Im Kanton Thurgau gebe es jedes Jahr zwischen 20 und 40 Jugendliche, die mit den Anforderungen eines Berufsattests überfordert seien. Eine von der IV finanzierte Ausbildung sei ebenfalls nicht geeignet, argumentierten die vier Motionäre von SVP, SP, CVP und BDP.

Um diesen Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müsse der Kanton Thurgau ein Bildungsangebot entsprechend den früheren Anlehren einführen.

Kein Geld vom Bund
Der Regierungsrat war gegen eine Wiedereinführung der Anlehre. Es gebe andere Möglichkeiten, betroffene Jugendliche zu integrieren. Zum Beispiel könnten Jugendliche von einzelnen Lernzielen der Attest-Lehre befreit werden oder die Attest-Lehre könne verlängert werden. Dies hätte gegenüber einer Anlehre den Vorteil, dass der Kanton Ausbildungsbeiträge vom Bund erhalte.

Die Grundbildung zum eidgenössischen Berufsattest (EBA) wurde seit 2004 für verschiedene Berufszweige eingeführt. Ziel ist, schulisch wenig leistungsfähigen Jugendlichen eine schweizweit einheitlichen Ausbildung zu ermöglichen. Die sogenannte Attest-Lehre dauert zwei Jahre und soll Jugendlichen mit Handicap lebenslanges Lernen ermöglichen. (sda)

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