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THURGAU: «Sie haben alles richtig gemacht»

55 Gebäude wurden in den letzten zwei Jahren nach den besten Energieeffizienz-Standards gebaut. Der Kanton bedankte sich bei den beteiligten Bauherren und Fachleuten mit der Feier «Best of Minergie».
Christian Kamm
Anton Gunzinger Professor/Unternehmer (Bild: PD)

Anton Gunzinger Professor/Unternehmer (Bild: PD)

THURGAU. «Sie zeigen, dass Eigenverantwortung und Innovation keine leeren Worte bleiben müssen», lobte Energieminister Walter Schönholzer die anwesenden Bauherren und Energiefachleute. Ihr Engagement habe Vorbildcharakter.

Der Thurgau spiele energiepolitisch seit Jahren in der Champions League. «Und ich bin stolz darauf», sagte Schönholzer weiter. Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich seien für den Kanton matchentscheidend, denn hier habe er die Regelungskompetenz. «Innovationen im Energiebereich sind eine der grossen Herausforderungen, aber auch Chancen im 21. Jahrhundert», zeigte sich Regierungsrat Schönholzer an der Feier im Greuterhof Islikon überzeugt.

Hundert Prozent erneuerbar

«Sie haben alles richtig gemacht», lobte auch ETH-Professor und Unternehmer Anton Gunzinger in seinem Referat die Anwesenden. Gleichzeitig liess er keinen Zweifel darüber offen, dass energiepolitisch noch viel mehr getan werden müsse. Gunzingers Ziel: Eine hundert Prozent erneuerbare Stromproduktion in der Schweiz. Angetrieben vom Wunsch, «dass unsere Nachfahren auch einmal so leben können wie wir selbst» – allerdings mit einem viel kleineren ökologischen Fussabdruck. Den Hebel ansetzen will Gunzinger zum einen bei den Gebäuden. 78 Prozent der Häuser in der Schweiz seien energetisch noch nicht saniert. Die Sanierungsquote sollte in seiner Vision einer energieeffizienten Schweiz von heute jährlich 1,1 Prozent auf 4 Prozent erhöht werden.

Auch in der Mobilität müsse die fossile Energie durch Strom abgelöst werden. Er sei schon als «Trottel des Monats» bezeichnet worden wegen seiner Forderung nach einem Benzinpreis von 10 Franken pro Liter, räumte Gunzinger ein. Dabei wäre das der Preis, der bei einer fairen Vollkostenrechnung verlangt werden müsste. «Jetzt zahlen wir die Zeche einfach mit den Steuern.» Die Zukunft gehöre der Elektromobilität. «Schon heute ist Fahren mit Strom billiger als mit Benzin.» Und woher soll all der Strom in der schönen neuen Energiewelt kommen? Nicht aus Atomkraftwerken. Kernenergie sei teuer und werde immer teurer, sagte Gunzinger. Die Alternativen heissen Solar- und Windenergie sowie Biomasse. «Wir müssen einen Plan haben und mindestens eine Generation voraus denken», forderte der ETH-Professor.

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