Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

THURGAU: Platz für 100 Gefangene

Der Regierungsrat gibt eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Kantonalgefängnis’ in Frauenfeld in Auftrag. Ausserdem beantragt er einen Nachtragskredit, um das Regionalgefängnis Kreuzlingen aufzurüsten.
Thomas Wunderlin
Das Untersuchungsgefängnis in Frauenfeld soll ausgebaut werden. (Bild: NANA DO CARMO)

Das Untersuchungsgefängnis in Frauenfeld soll ausgebaut werden. (Bild: NANA DO CARMO)

Ein Experte hat bestätigt, was den Verantwortlichen wohl schon vorher klar war. Die vier Gefängnisse, die der Kanton Thurgau derzeit betreibt, kosten zu viel. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wäre es sinnvoller, nur einen grossen Betrieb statt drei kleine und einen grossen zu führen. Benjamin Brägger, Experte für Justizvollzug aus dem Kanton Freiburg, hat dem Regierungsrat eine entsprechende Organisationsanalyse vorgelegt. Nun will der Regierungsrat klären, wie das bestehende Kantonalgefängnis mit seinen derzeit 56 Plätzen auf rund 100 Plätze erweitert werden kann. Eine Machbarkeitsstudie soll bis Ende Jahr vorliegen; der Regierungsrat hat dazu gemäss eigener Mitteilung eine überdepartementale Planungskommission bestellt.

Das 1992 erstellte Kantonalgefängnis an der Zürcherstrasse in Frauenfeld-Ost hat bereits 2006 eine Erweiterung auf der Seite zu den Geleisen der SBB-Strecke Frauenfeld-Weinfelden erhalten. Denkbar sei die Aufstockung einer weiteren Etage, sagt Silvio Stierli, Leiter des Amts für Justizvollzug. In Betracht komme auch ein Ausbau im angrenzenden Gebäude, wo sich jetzt die Generalstaatsanwaltschaft und das Amt für Justizvollzug befinden. Was möglich sein werde, müsse die Studie zeigen. Zwar würden 100 Plätze angestrebt, vielleicht seien es aber dann nur 80 oder 90.»

Derzeit verfügt der Kanton Thurgau über 79 Haftplätze. Zu den 56 Plätzen im Kantonalgefängnis kommen 11 im Regionalgefängnis Kreuzlingen und je 6 Plätze in den Regionalgefängnissen Frauenfeld und Bischofszell.

Die Regionalgefängnisse Frauenfeld und Bischofszell sollen laut Stierli möglichst bald, voraussichtlich bereits im Spätsommer geschlossen werden. Zuvor soll das Regionalgefängnis Kreuzlingen sicherheitstechnisch aufgerüstet werden. Da die dafür notwendigen 250000 Franken nicht im ordentlichen Budget vorgesehen sind, beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Nachtragskredit. Laut Stierli geht es unter anderem um den Einbau einer Videoüberwachung. Wegen der Nähe zur Grenze und zur Asyl-Empfangsstelle soll das Kreuzlinger Gefängnis beibehalten werden, bis sich die weitere Gefängnisplanung konkretisiert.

Regionalgefängnis Frauenfeld wieder seit 2014

Das Regionalgefängnis Frauenfeld, das sich im Dachstock des Bezirksgebäudes am Frauenfelder Marktplatz befindet, war schon einmal still gelegt worden. Seit 2014 werden die sechs Zellen wegen der Überlastung des Kantonalgefängnisses wieder genützt. Nach einem Zellenbrand Ende Dezember 2017 musste der Betrieb wieder unterbrochen werden. Laut Stierli lohnt es sich nicht, für sechs Plätze eine Infrastruktur nach heutigen Standards aufrecht zu halten. «Gefangene brauchen Beschäftigung, eine medizinische Versorgung und eine personelle Überwachung rund um die Uhr.» Dazu kommen sicherheitstechnische Schwachstellen: Beispielsweise ist der Zugang zu den Zellen am Frauenfelder Marktplatz ungünstig: «Man muss die Leute durchs Treppenhaus hinaufbringen.»

Das Kantonalgefängnis hatte 2017 eine Auslastung von 96 Prozent. In den letzten Jahren schwankte diese Kennzahl laut Stierli zwischen 95 und über 100 Prozent. Eine volle Auslastung sei nicht wünschenswert: «Man sollte immer eine Reserve haben. Zellen müssen renoviert werden können, die Kantonspolizei muss auch eine grössere Gruppe unterbringen können.»

Stierli rechnet damit, dass die Schliessung der Regionalgefängnisse Frauenfeld und Bischofszell einen Engpass verursachen werden. Als Gegenmittel setzt er auf elektronisches Monitoring, das zu weniger Halbgefangenschaft führen solle. Dazu will er verstärkt mit ausserkantonalen Institutionen zusammenarbeiten. So sollen weibliche Gefangene in der neuen Frauenabteilung der Strafanstalt Gmünden im ausserrhodischen Niederteufen untergebracht werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.