Thurgau organisiert Kulturgüterschutz

FRAUENFELD. Der Kulturgüterschutz im Kanton Thurgau erfüllt den gesetzlichen Auftrag nicht mehr. Der Kanton hat deshalb ein Projekt in Auftrag gegeben. So soll ein Konzept für die Sicherstellung des Kulturgüterschutzes entstehen.

Michèle Vaterlaus
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Archivar Thomas Meier-Löpfe im Kulturgüterschutzraum beim Schulhaus Seetal in Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Archivar Thomas Meier-Löpfe im Kulturgüterschutzraum beim Schulhaus Seetal in Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Im Thurgau steht ein Schloss in Flammen. Das Feuer muss möglichst rasch gelöscht werden – wenn nötig und möglich, müssen Gegenstände wie Bilder aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Wie das alles im Ernstfall bewerkstelligt werden soll, regelt der Kulturgüterschutz.

Kulturgüter sind entweder von archäologischer, geschichtlicher, literarischer, künstlerischer oder wissenschaftlicher Bedeutung. Deshalb sorgen Bund, Kantone und Gemeinden dafür, dass sie geschützt werden. Doch der Thurgau erfüllt derzeit den gesetzlichen Auftrag für den Kulturgüterschutz nicht ganz. Das soll sich ändern.

Veränderung im Jahr 2007

Festgestellt hat dies der Kanton, als im Jahr 2007 die Fachstelle für Kulturgüterschutz dem Amt für Denkmalpflege übertragen wurde und dieses eine Bestandesaufnahme machte. «Der Kulturgüterschutz ist eine komplexe Angelegenheit», erklärt Marco Sacchetti, Generalsekretär des kantonalen Departements für Bau und Umwelt (DBU), den Umstand. Zum einen sei das Kulturgüterschutzgesetz involviert, zum anderen das Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz. Koordinieren muss seit 2007 alles das Amt für Denkmalpflege. «Es braucht eine klare Aufgabenteilung, damit präventiv, aber auch bei der Intervention richtig gehandelt werden kann», sagt Sacchetti. Kurz: Der Kanton will den Kulturgüterschutz neu organisieren und professionalisieren.

Projekt mit zwei Phasen

Auf der Basis einer Studie, die das DBU mit dem Departement für Justiz und Sicherheit (DJS) 2013 in Auftrag gegeben hat, soll ein Projekt erarbeitet werden. Zuständig dafür ist Giovanna Piatti, beim Amt für Denkmalpflege verantwortlich für den Kulturgüterschutz. In der ersten Phase erarbeitet sie ein Konzept. In diesem sollen Massnahmen und Anträge für die Umsetzung zusammengefasst werden, damit der Kulturgüterschutz besser funktioniert. Um die Informationen zusammenzuführen, spricht Piatti mit der Gebäudeversicherung und den Feuerwehren, dem Zivilschutz, den Eigentümern von Kulturgütern und mit kulturellen Institutionen. So soll ein Überblick entstehen. «Jede Feuerwehr weiss beispielsweise in ihrer Gemeinde, wo Kulturgüter sind und wie sie vorgehen muss. Aber bisher war das nirgends in einem kantonalen Überblick erfasst», sagt Piatti. Die erste Phase hat eben erst begonnen und soll Mitte Jahr abgeschlossen sein.

In einer zweiten Phase sollen Massnahmen, die die Regierung genehmigt hat, umgesetzt und ins Budget aufgenommen werden.

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