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THURGAU: Mediamatiker mal zwei

Fachleute in der Informatik- und Kommunikationsbranche sind gefragt, Stichwort Fachkräftemangel. Beim Kanton Thurgau liegt ein Antrag auf dem Tisch, das Ausbildungsangebot für Mediamatiker zu verdoppeln.
Sebastian Keller
Webseiten zu erstellen gehört zum Aufgabenbereich von Mediamatikerinnen und Mediamatikern. (Bild: Urs Jaudas)

Webseiten zu erstellen gehört zum Aufgabenbereich von Mediamatikerinnen und Mediamatikern. (Bild: Urs Jaudas)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Kaum ein Verein, kaum ein Unternehmen kommt ohne Webseite aus. Sie ist Visitenkarte, Informationsquelle und virtuelles Ladenlokal. Eine Webseite zu erstellen und zu pflegen gehört zum Aufgabenbereich von Media­matikern. Sie sind in der digitalen Welt gefragte Berufsleute. Im Thurgau steht ein Ausbau des Angebots der vierjährigen Ausbildung im Raum. Dies tönt Wirtschaftsminister Walter Schönholzer im jüngsten Thurgauer Wirtschaftsbarometer an. Derzeit werde geklärt, ob die Anzahl Klassen Mediamatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis von vier auf acht verdoppelt werden soll. Bildungsdirektorin Monika Knill bestätigt auf Anfrage: Die Romanshorner SBW Haus des Lernens AG habe bei ihrem Department einen Antrag auf Erweiterung der Vereinbarung zwischen dem Kanton Thurgau und der SBW eingereicht. «Dieser befinde sich derzeit in der Schlussphase der Prüfung.» SBW-Chef Reto Ammann sagt: «Unser Wunsch ist klar: Wir wollen mehr Mediamatiker-Lehrstellen anbieten.» Es sei aus seiner Sicht wichtig, dass im Kanton zukunftsfähige Lehrstellen angeboten werden. «Dabei geht es auch um die Bekämpfung des Fachkräftemangels», sagt Ammann.

Mit dem Thema dürfte sich auch noch der Grossen Rat beschäftigen, sofern die Regierung den Ausbau ins Budget aufnimmt.

Der Thurgau fördert die Naturwissenschaften

Der Kanton Thurgau hat sich die Förderung der Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) schon länger auf die Fahne geschrieben. Dabei wurden gemäss Monika Knill auf verschiedenen Schulstufen konkrete Projekte für die verstärkte Förderung des Fachbereichs lanciert. So führt die Kantonsschule Frauenfeld bereits seit dem Jahr 2000 eine Informatikmittelschule. Der Kanton St.Gallen hat eine solche erst seit dem neuen Schuljahr an zwei Standorten im Angebot. Der Thurgau bietet noch Weiteres an – etwa an der Kantonsschule Kreuzlingen. «Mit der Mint-Klasse an der Kantonsschule Kreuzlingen verfolgt man das Ziel, vermehrt Maturanden für naturwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen», sagt Bildungsdirektorin Knill. Die Mint-Klasse wurde im August 2014 eingeführt.

Peter Maag, Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau, sagt: «Die Stossrichtung des Kantons Thurgau stimmt.» Doch gelte es, gerade in der Informatik, am Ball zu bleiben. Monika Knill kündigt bereits weitere Vorhaben an. Mit dem Projekt Begabungs- und Begabtenförderung werden noch im laufenden Jahr neue Angebote für Volksschüler vorgestellt.

Informatik an der Uni – auch für Thurgauer

Im Kanton St.Gallen ist derzeit ein universitäres Informatikstudium ein Thema. Im Mai hatte die Universität St.Gallen bestätigt, dass ein Studiengang machbar wäre. Ein Masterstudiengang könnte bereits im Jahr 2019 starten. Im Vollausbau würde der Studiengang rund 100 Studierende auf Bachelor- und rund 50 Studierende auf Masterstufe umfassen. Gemäss Mitteilung vom Mai würden acht Professuren benötigt. Die Machbarkeitsstudie hatte die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell in Auftrag gegeben. Eine Immatrikulation ist noch nicht möglich: Der Auftrag müsste die St.Galler Politik erteilen und Mittel freigeben. Das Angebot stünde, sollte es eingeführt werden, auch Thurgauern offen. Das bestätigt Jürg Roggenbauch, Sprecher der Universität: «Das Angebot würde sich an alle Studierenden richten, welche die nötigen Voraussetzungen für ein Studium an der Universität St.Gallen mitbringen, ­unabhängig vom Herkunfts­kanton.»

Die IHK St.Gallen-Appenzell begründete ihre Anstrengungen damit, dass Ostschweizer, die Informatik an einer Universität studieren wollen, die Region verlassen müssen. So gingen sie beispielsweise an die ETH – und blieben in Zürich. Damit verlöre die Ostschweiz fähige Leute.

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