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THURGAU: Kantirektor: "Schulen müssen Antworten finden im technologischen und gesellschaftlichen Wandel"

Stefan Schneider, Rektor an der Kantonsschule Romanshorn, äussert sich im Interview zur Tablet-Pflicht und zur Integration von Smartphones in den Schulunterricht.
Rossella Blattmann
Schüler mit Smartphones sind auch auf den Thurgauer Pausenplätzen omnipräsent. (Bild: Reto Martin)

Schüler mit Smartphones sind auch auf den Thurgauer Pausenplätzen omnipräsent. (Bild: Reto Martin)

Rossella Blattmann

rossella.blattmann@thurgauerzeitung.ch

Herr Schneider, ab August herrscht an der Kantonsschule Romanshorn Tablet-Pflicht. Alle neuen Schüler müssen eine Kombination aus Tablet und Notebook besitzen. Warum?
Die 2-in-1-Geräte haben den grossen Vorteil, dass sie im Unterricht und beim Lernen, wie ein Tablet, auch nur mit dem Bildschirm verwendet werden können. Zudem können die Geräte ohne Tastatur, nur mit dem Stift, bedient werden. Auch das Erfassen von Handnotizen direkt auf dem Screen geht schneller und verursacht keine zusätzlichen Tippgeräusche. Das Erstellen oder Ausfüllen von Grafiken geht ebenfalls schneller. Diese Hybridgeräte erweitern generell die didaktischen Einsatzmöglichkeiten für Schüler und Lehrpersonen. Hinzu kommen weitere Vorteile wie zum Beispiel geringeres Gewicht.

Dienen die 2-in-1 Hybridgeräte auch als Vorbereitung für ein künftiges Hochschulstudium?
Nicht direkt. Aber das Arbeiten mit digitalen Endgeräten gehört heute zu den basalen Studierkompetenzen. Wir gehen aber bewusst einen Schritt weiter: Diverse Untersuchungen haben ergeben, dass Schülerinnen und Schüler, die Notizen mit einem Stift festhalten, diese tiefer verarbeiteten und nachhaltiger weiterverwenden können, als wenn diese Informationen bloss abgetippt werden.

Hat das neue Modul «Medien und Informatik» des Lehrplans 21 etwas damit zu tun oder hätten Sie diesen Schritt auch ohne das Modul gemacht?
Beides. Mit den enormen technologischen Fortschritten in allen Lebensbereichen erweitert sich so oder so unser Auftrag als Schule. Die Kanti Romanshorn anerkennt diese Bedeutung und investiert darum gezielt in Infrastruktur, Technologien und Know-how. Ich denke, alle Schulen müssen heute Wege und Antworten finden, wie sie diesen technologischen und gesellschaftlichen Wandel in den Schulalltag einbetten.

Was gilt es bei der Integration von Handys in den Unterricht zu beachten?
Die Lehrperson entscheidet über den Einsatz des Smartphones. Das Handy muss didaktisch sinnvoll eingesetzt werden, zum Beispiel als Taschenrechner oder als Feedbackinstrument. Klare Abmachungen zwischen Lehrperson und Schülern spielen dabei ein wichtige Rolle. Das Handy ist ein weiterer Zugangskanal für Wissensaneignung – nicht mehr und nicht weniger.

Zu welchen Erkenntnissen haben Ihre bisherigen Erfahrungen mit Handys im Unterricht geführt? Was gilt es dabei Ihrer Meinung nach zu beachten?
Philipp Wampfler, Fachdidaktiker an der Universität Zürich und Experte für das Lernen mit neuen Medien, hat dies gut ausgedrückt. Er sagt, dass Smartphones als Lerngeräte zu betrachten ein pädagogischer Anreiz sei, den viele noch unterschätzen. Die Gefahr der Ablenkung, die befürchtete Oberflächlichkeit bei der Verarbeitung und die Weitergabe digitaler Informationen relativieren sich, wenn im Unterricht vorgelebt wird, wie professionelle Verhaltensweisen im Umgang mit Technologie funktionieren.

Gab es bezüglich der Gerätepflicht ab August an der Kantonsschule Romanshorn negative Reaktionen von den Eltern?
Bisher hatten wir an der Kantonsschule Romanshorn noch keine negativen Rückmeldungen seitens der Eltern. Es gab ja schon vorher die Laptoppflicht. Jetzt kommt einfach noch der Stift hinzu.

Die digitale Strategie der Kantonsschule Romanshorn

«Wir setzen auf vier wichtige Punkte», erklärt Stefan Schneider, Rektor der Kantonsschule Romanshorn, die digitale Strategie seiner Schule. Das Know-how der Lehrpersonen, Investitionen in die Infrastruktur, der Einsatz von persönlichen Geräten sowie eine einheitliche Software seien die Kernpunkte der Strategie. Dennoch: Schneider betont, dass die neuen Technologien das Lernen und Verstehen des Einzelnen nicht ersetzen.

«Erfolgreiches Lernen bleibt Kopfsache», sagt der Kantonsschulrektor. Der wichtigste Faktor eines erfolgreichen Unterrichts bleibe weiterhin das gesamte didaktische Setting sowie der soziale Kontakt und die Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern und der Lehrperson, sagt Stefan Schneider. (bro)

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