Thurgau kämpft um SBB-Kioske

Ticketverkauf Die von den SBB angekündigte Einstellung des Billettverkaufs durch Dritte sei ein völlig falsches Signal, schreibt der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer in einem Brief an den SBB-Chef Andreas Meyer.

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Ticketverkauf Die von den SBB angekündigte Einstellung des Billettverkaufs durch Dritte sei ein völlig falsches Signal, schreibt der Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer in einem Brief an den SBB-Chef Andreas Meyer. Die externen Verkaufsstellen würden einen notwendigen Beratungsservice leisten und die voraussichtliche Einsparung von lediglich rund fünf Millionen Franken stehe in keinem Verhältnis zum angerichteten Schaden. Regierungsrat Schönholzer fordert deshalb den Erhalt der SBB-Kioske.

Gesamtschweizerisch sollen 52 externen Verkaufsstellen – davon 11 alleine im Kanton Thurgau – geschlossen werden. Die Verkaufsstellen im Thurgau realisierten 2015 einen Umsatz von 6,3 Millionen Franken, wie das Departement für Inneres und Volkswirtschaft mitteilt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht könne dem Entscheid zur Schliessung ein gewisses Verständnis entgegengebracht werden, heisst es im Brief an den SBB-Chef. Die SBB als Unternehmen im Besitz des Bundes und als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im ganzen Land hätten jedoch auch andere als rein betriebswirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen.

Verkaufsstellen sind ein Standortfaktor

«Die Drittverkaufsstellen erbringen einen äusserst wertvollen und aufgrund des komplizierten Tarifsystems absolut notwendigen Beratungsservice», begründet Schönholzer seine Haltung. Der Volkswirtschaftsdirektor weist im Weiteren darauf hin, dass die SBB-Verkaufsstellen für die betroffenen Gemeinden ein nicht unwesentlicher Standortfaktor seien. Mit ihrem Service fördern sie die von Kanton und Gemeinden angestrebte vermehrte Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Zudem sei zu befürchten, dass die vom Rückzug der SBB betroffenen Poststellen wegen der fehlenden Zusatzeinnahmen geschlossen werden. Aufgrund dieser Argumente ersucht Schönholzer den SBB-Chef, eine Lösung zu suchen, damit die Dienstleistung der Ticket-Verkaufsstellen erhalten werden kann. (red.)