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THURGAU: In gegenseitigem Einvernehmen

Die beiden Oberrichter Marcel Ogg (FDP) und Anna Katharina Glauser Jung (SVP) kandidieren für die Nachfolge des zurücktretenden Obergerichtspräsidenten Thomas Zweidler (CVP).
Thomas Wunderlin
Der Grosse Rat hat die Auswahl zwischen Marcel Ogg und Anna Katharina Glauser Jung. (Bild: Donato Caspari)

Der Grosse Rat hat die Auswahl zwischen Marcel Ogg und Anna Katharina Glauser Jung. (Bild: Donato Caspari)

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin

@thurgauerzeitung.ch

Ende September geht der 62-jährige Thurgauer Obergerichtspräsident Thomas Zweidler nach über 30 Jahren im Amt in Pension. Bewerber für seine Nachfolge melden sich bis Ende März bei Stephan Tobler, Präsident der SVP-Fraktion des Thurgauer Grossen Rats und der Fraktionspräsidentenkonferenz. Die SVP wird selber einen Kandidaten aufstellen. «Wir stehen von der Grösse und Stärke her in der Verantwortung», sagt der SVP-Fraktionspräsident. Namen nennt Tobler keine. Die SVP-Fraktion werde die Nomination vor der Grossratssitzung nächste Woche vornehmen und danach die Kandidatur bekanntgeben.

Wie die «Thurgauer Zeitung» von verschiedenen Seiten erfahren hat, wird Oberrichterin Anna Katharina Glauser Jung für die SVP kandidieren. Ihr entgegen stellt sich Oberrichterkollege Marcel Ogg von der FDP. Der Grosse Rat entscheidet am 23. Mai, wer das Rennen macht.

Ogg und Glauser Jung gelten beide als kompetente Juristen. Beide wurden 2011 vom Grossen Rat zu vollamtlichen Oberrichtern gewählt und zwei Mal problemlos bestätigt. Beide verfügen über das Anwaltspatent.

Beide machen auf Anfrage kein Geheimnis aus ihrer Kandidatur. Beide betonen, dass sie in gegenseitigem Einvernehmen kandidieren. «Wir haben es miteinander im Gericht kommuniziert und mitgeteilt, dass wir es sportlich nehmen», sagt Glauser Jung.

«Aus meiner Sicht», sagt Ogg, «ist es zu begrüssen, wenn der Grosse Rat eine Auswahl hat». Er sei mit Leib und Seele Oberrichter, sagt der 46-jährige Ogg. «Ich bin motiviert, belastbar und durchsetzungsstark.»

«Ich bin sehr motiviert», sagt auch die 54-jährige Glauser Jung. Sie sei seit 2000 am Obergericht, zuerst als nebenamtliche Oberrichterin, seit 2011 im Vollamt. «Ich möchte gern zusätzliche Aufgaben übernehmen.»

Marcel Ogg hat bereits 2008 als FDP-Kandidat gegen einen Vertreter der SVP für ein Gerichtspräsidium kandidiert. Bei den Weinfelder Bezirksgerichtswahlen unterlag er knapp Pascal Schmid.

Damals war Ogg Staatsanwalt mit Spezialgebiet Wirtschaftsdelikte. Seinen in der Öffentlichkeit am meisten beachteten Auftritt als Staatsanwalt hatte er jedoch 2006 im Prozess gegen die Skinheads-Bande, die zwei jugendliche Besucher eines Ska-Konzerts in Frauenfeld verprügelten und wegen eventualvorsätzlicher Tötung verurteilt wurden. Der gebürtige Frauenfelder ist teilweise in Schaffhausen aufgewachsen. Seit 2004 wohnt er wieder in Frauenfeld. Er studierte und promovierte in Zürich, ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Anna Katharina Glauser Jung absolvierte in Bern eine Lehre als Krankenschwester. Gemäss ihrem Curriculum war sie zeitweise Gemeindeschwester in Müllheim.

Die Thurgauerin absolvierte die Polizeischule, holte in Frauenfeld die Matura nach und studierte Jus in St. Gallen. Sie war Ermittlerin bei der Kriminalpolizei Thurgau, Gerichtsschreiberin am Thurgauer Verwaltungsgericht und Kirchenrätin der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau. Sie ist in Birwinken aufgewachsen, wohnt in Felben-Wellhausen und ist mit dem ehemaligen SVP-Kantonsrat Daniel Jung verheiratet.

Die CVP beharrt auf Sitz im Obergericht

Die CVP beansprucht weiterhin einen Sitz im Obergericht, wie Fraktionspräsident Ueli Müller bestätigt. Es müsse nicht das Präsidium sein. «Wir müssten ja sonst jemanden von aussen ins Obergericht abordnen, der gleich Präsident wird. Das geht natürlich nicht.» Die Fraktion wird nächste Woche einen Kandidaten nominieren. Als Bewerber stehen bisherige Bezirksrichter im Vordergrund, etwa die Vizepräsidenten Thomas Pleuler (Kreuzlingen) und Marianne Bommer (Weinfelden).

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