Thurgau hofft auf Schweizer Hilfe

Der starke Franken weckt bei Thurgau Tourismus Befürchtungen. Gratistageskarten für den Ostwind-Tarifverbund würde Geschäftsführer Rolf Müller begrüssen. Regierungsrat Kaspar Schläpfer will abwarten, bis sich der Kurs festigt.

Thomas Wunderlin
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Thurgau Tourismus zeigt ausländischen Journalisten die Bischofszeller Rosenwoche 2013. (Bild: Nana do Carmo)

Thurgau Tourismus zeigt ausländischen Journalisten die Bischofszeller Rosenwoche 2013. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Frank Bumann, der Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus, will Touristen eine Gratistageskarte für den Ostwind-Tarifverbund schenken. Anspruch darauf haben sollen Gäste, die zwei oder mehr Nächte in der Ostschweiz verbringen. «Für ausländische Besucher brächte dies einen klaren Mehrwert. Zudem kostet dieser Schritt keinen Franken», sagte er an einer Medienkonferenz am Mittwoch. Die Sofortmassnahme sei nötig, da der starke Franken den Tourismus in eine Notlage gebracht habe.

Alte Geschichte neu gesehen

Der starke Franken sei «nicht förderlich», bestätigt Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Wie stark der Einfluss sein werde, das sei aber schwierig vorherzusagen. Bei der Gratisfahrkarte handle es sich um «eine alte Geschichte», die schon öfters diskutiert worden sei. Sie bekomme jetzt eine neue Bedeutung und wäre zu begrüssen. «Wir sollten unseren Hotelgästen einen Mehrwert bieten», findet Müller.

Thurgau Tourismus sei darauf angewiesen, was Schweiz Tourismus mache. Da sei etwas zu erwarten. Müller spricht von einem Impulsprogramm, an dem sich die «Destinationen anhängen würden». Thurgau Tourismus könne die finanziellen Einbussen der Leistungsträger nicht ersetzen: «Wir hoffen, dass sie etwas machen. Wir können sie bei der Kommunikation unterstützen, wenn sie spannende Ideen haben.»

Schläpfer will abwarten

Bei der Lancierung einer Gratis-Ostwind-Tageskarte würde der Kanton Thurgau mitreden, da er im Tarifverbundrat Einsitz hat. Ob sie wirklich für den Tarifverbund kostenlos wäre, dürfte zu bezweifeln sein. Der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer will sich dazu nicht äussern. «Den Vorschlag würden wir prüfen», sagt er nur und ergänzt, dass der Kanton Thurgau in den letzten Jahren die Tourismusförderung verstärkt habe. Beim Eurokurs will er die Entwicklung ein, zwei Monate abwarten. «Zurzeit steigt er jeden Tag einen Rappen.»