Thurgau hat Angst vor zusätzlichem Fluglärm

FRAUENFELD. Der Kanton Thurgau wehrt sich gegen neuen Fluglärm, den der Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz bringen könnte. Den vom Flughafen Zürich ins Spiel gebrachte sogenannten gekröpften Nordanflug von Osten lehnt die Thurgauer Regierung strikt ab.

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Der Thurgau wehrt sich gegen die Mehrbelastung. (Bild: Keystone)

Der Thurgau wehrt sich gegen die Mehrbelastung. (Bild: Keystone)

Der gekröpfte Nordanflug von Osten (GNA-Ost) würde für Anflüge zwischen 6 und 6.30 Uhr am Morgen eingesetzt, wie die Thurgauer Regierung am Donnerstag schreibt. Das vorgeschlagene Anflugverfahren würde neben dem bereits praktizierten und künftig noch intensiveren Ostanflug am Abend zusätzlichen Fluglärm über dem Thurgau erzeugen.

Der Kanton Thurgau lehne den GNA-Ost strikt ab, sofern dafür und für die angekündigten zusätzlichen Anflüge am Abend keine akzeptable Kompensation gefunden werde, heisst es im Communiqué weiter.
Süden verschonen

Verkehrsministerin Doris Leuthard habe zugesichert, dass die zusätzlichen Anflüge kompensiert würden. Vorschläge dazu lägen allerdings noch nicht auf dem Tisch. Die derzeitigen Aktivitäten seien offenbar darauf ausgerichtet, den Süden des Flughafens gänzlich zu veschonen und dem Osten noch mehr Fluglärm zuzumuten. Gegen diese Tendenz werde sich der Thurgau mit allen Mitteln wehren.

Die Vernehmlassung zum Flugverkehr-Staatsvertrag mit Deutschland läuft seit dem 21. September. Interessierte Kreise haben bis am 25. Oktober 2012 Zeit, sich zu äussern. Die Verabschiedung der Botschaft durch den Bundesrat ist für Ende Jahr geplant. Damit der Staatsvertrag in Kraft treten kann, müssen ihn die Parlamente beider Länder ratifizieren. (sda)