THURGAU: Grosser Auftritt für kleine Talente

Das Preisträgerkonzert des 9. Musikwettbewerbs Thurgau zeigte, dass die musikalische Begabtenförderung im Kanton guten Anklang findet und funktioniert.

Christof Lampart
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Die Gebrüder Alakmeh begeisterten mit einer Ragtime-Version über Mozarts «Rondo alla turca». (Bild: Christof Lampart)

Die Gebrüder Alakmeh begeisterten mit einer Ragtime-Version über Mozarts «Rondo alla turca». (Bild: Christof Lampart)

Insgesamt 180 junge Talente nahmen am diesjährigen Musikwettbewerb Thurgau teil. Die verantwortlichen Musikerinnen und Musiker ermittelten Anfang November an den Musikschulen Arbon, Frauenfeld, Kreuzlingen und Weinfelden die Finalisten des Wettbewerbs. Diese durften am Sonntagnachmittag im Weinfelder «Thurgauerhof» am Preisträgerkonzert ihr Können einem aufmerksam lauschenden Publikum vortragen.

44 Kinder und junge Erwachsene – 20 Jahre ist das für die Wettbewerbsteilnahme festgelegte Höchstalter – spielten im fast vollen Saal äusserst bemerkenswert auf. Die Auszeichnungen durften die Musiker aus prominenten Händen entgegennehmen. Denn es war dem Präsidenten des Thurgauer Grossen Rats, Gallus Müller, und Regierungsrätin Carmen Haag vorbehalten, nach dem dreistündigen Konzert die Auszeichnungen zu verleihen. Die Violinistin Mariana Fröhlich aus Leimbach war mit acht Jahren die jüngste Finalistin.

Musik als wohltuender Kontrast zur Technologie

Gallus Müller hatte vor der Verleihung dem Auditorium wohl aus der Seele gesprochen. An die jungen Talente gerichtet sagte er: «Ihr erfreut uns als Personen, nicht nur als Künstler. Denn ihr habt einen aufwendigen Weg beschritten. Das Konzert heute ist eine Anerkennung für euren unermüdlichen Einsatz.» Dabei vergass Müller nicht, all jene Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer lobend zu erwähnen, welche den Sprung ins Finale nicht geschafft hatten. «Erst die Teilnahme aller jungen Talente ermöglichte den Wettbewerb. Den Mut, euch öffentlich zu präsentieren, dürfte euch auch in der Zukunft eine grosse Hilfe sein.»

Auch Carmen Haag zeigte sich begeistert: «Ihr habt uns heute wundervolle Musik geschenkt – und ich möchte euch ganz herzlich zu dieser Leistung gratulieren.» Sie erlebe heute vor allem Familien, in denen die Eltern mit ihren Kindern darum kämpften, wie oft diese das Handy oder andere elektronische Geräte benutzen dürften. Umso bemerkenswerter sei die absolute Fokussierung der oft blutjungen Talente auf ihr musikalisches Fortkommen. «Eure Leistung trägt zur kulturellen Vielfalt unseres Kantons bei und bildet eine wohlwollende Abwechslung zu unserem immer mehr durch Technologien geprägten Alltag. Ich hoffe, dass euch die Musik noch viele Jahre Freude macht und ihr das Instrument nie zur Seite legen mögt», sagte die Regierungsrätin.