Thurgau gibt Swiss Olympic einen Korb

FRAUENFELD. Swiss Olympic will mit allen Kantonen zusammenarbeiten, um sportfreundliche Lehrbetriebe zu zertifizieren. Der Thurgau will davon nichts wissen. Er hat bereits ein eigenes Label für solche Betriebe.

Christof Widmer
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FRAUENFELD. 40 Thurgauer Betriebe und Verwaltungen bieten sportfreundliche Lehrstellen an. Junge Sporttalente haben so einen leichteren Übergang von einer der fünf Thurgauer Sportschulen ins Berufsleben (Kasten). Damit sich junge Athleten und Lehrbetriebe finden, haben der Kanton und die private Plattform sport-fan.ch ein Netzwerk auf die Beine gestellt, das sportfreundliche Lehrbetriebe zertifiziert (TZ vom 10. August).

Einheitliches Label angestrebt

Auf diese Idee sind auch andere gekommen. Seit zwei Jahren vergibt der Sport-Dachverband Swiss Olympic ebenfalls Labels an sportfreundliche Lehrbetriebe. Mittlerweile zählen zehn Kantone und über 200 Lehrbetriebe zu den Partnern von Swiss Olympic – ausgerechnet der Thurgau mit seinem vergleichsweise fortgeschrittenen Netzwerk gehört nicht dazu. Dabei ist es Ziel von Swiss Olympic, ein landesweit einheitliches Label aufzubauen. Das bestätigt die Programmverantwortliche Karin Rauber. Sie stand mit dem Thurgauer Sportamt vergeblich in Kontakt.

Der Kanton habe sich bewusst für ein eigenes Label entschieden, sagt Peter Bär, Chef des Sportamts. Dies zumal mit der Plattform sport-fan.ch des ehemaligen HC-Thurgau-Besitzers Felix Burgener ein idealer Partner vorhanden sei. Im Kanton gebe es viele KMU. Deshalb sei es wichtig, dass ein Label in einem lokalen Netzwerk verwurzelt sei. «Ein Schreiner aus Kreuzlingen wendet sich nicht an Swiss Olympic», sagt Bär.

Kein Label-Salat im Thurgau

«Wir akzeptieren, dass der Thurgau ein eigenes Label will», sagt Swiss-Olympic-Vertreterin Rauber, «die Hauptsache ist, dass überhaupt etwas gemacht wird.» Sie hofft, dass das Thurgauer Label irgendwann mit jenem von Swiss Olympic zusammengeführt wird. Einen Label-Salat im Thurgau wird es nicht geben. Ohne Einwilligung des Kantons will Swiss Olympic keine Lehrbetriebe zertifizieren. Ihre Organisation arbeite mit den jeweiligen Kantonen zusammen, sagt Rauber. Das garantiere eine regionale Verankerung des Swiss Olympic-Labels.