Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Thurgau führt Spital-Fallpauschalen Anfang 2012 ein

FRAUENFELD. Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch kritisch über die Einführung von Fallpauschalen bei stationären Spitalbehandlungen diskutiert. Das Eintreten auf die Vorlage, die einen Systemwechsel auf Anfang 2012 bringt, war aber unbestritten.

Mit der Änderung des Gesetzes über die Krankenversicherung setzt der Kanton Vorgaben des Bundes um. Danach sind in Zukunft die Kosten für stationäre Spitalbehandlungen nicht mehr von der Dauer des Spitalaufebthalts abhängig. Neu wird, abhängig von der jeweiligen Diagnose, nach Fallpauschalen abgerechnet.

Das Ziel ist mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen. Öffentliche und private Spitäler werden gleich gestellt. Der Thurgau gehört zu den ersten Kantone, die den Systemwechsel gesetzlich verankern, wie Gesundheitsdirektor Bernhard Koch sagte. Spielraum bestehe bei den Fallpauschalen nicht.

Trotzdem gab es im Rat deutliche Kritik am Systemwechsel. Barbara Kern (SP, Kreuzlingen) befürchtete eine zu starke Ökonomisierung und einen «Drehtür-Effekt» durch Komplikationen bei Patienten, die zu früh entlassen würden.

Moratorium gefordert
In vielen Fällen, etwa bei mehrfachen Diagnosen, liessen sich Fallpauschalen nur schwer festlegen, wurde bemängelt. In Deutschland werde das neue Fallpauschalen-System bereits kritisiert.

Silvia Schwyter (Grüne, Sommeri) und Edith Wohlfender (SP, Kreuzlingen) machten sich für ein Moratorium stark. Sie wiesen auf eine entsprechende Motion hin. Auch Ulrich Müller (CVP, Weinfelden) äusserte Vorbehalte. Seine Parteikollegin Elsbeth Aepli (Frauenfeld) vermisste eine umfassende Gesundheits-Debatte.

Regierungsrat Koch verteidigte den Systemwechsel. Ein Vorteil sei, dass medizinische Leistungen künftig besser vergleichbar seien. Eine Ökonomisierung finde nicht statt. Schwierigkeiten gebe es bei den Basis-Tarifen, die von den Spitälern und der Krankenversicherern ausgehandelt werden müssen, räumte Koch ein.

Mehrkosten für Kanton
Der Wechsel zu Fallpauschalen bringt dem Kanton Thurgau im kommenden Jahr Mehrkosten von voraussichtlich 40 Millionen Franken. Bis 2017 steigen die Mehrkosten sogar auf 65 Millionen Franken. Dannzumal muss der Kanton 55 Prozent der pauschal abgerechneten Spitalkosten bezahlen.

Während einer Übergangsfrist kann der Kanton diesen Prozentanteil tiefer ansetzen. Die Vorlage sieht für 2012 einen Anteil von 48 Prozent vor. In den folgenden Jahren wird der Anteil schrittweise angehoben. Dies sei ein «guter Kompromiss» ohne negative Auswirkungen auf die Krankenkassenprämien, sagte Bernhard Koch. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.