THURGAU: Entlastung für ältere Lehrer

Volksschullehrer profitieren ab einem Pensum von 50 statt 90 Prozent von einer Altersentlastung. Dafür müssen sie ein Jahr länger voll arbeiten.

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Die beiden Rechtsstellungsverordnungen für Lehrer an den Volksschulen und an den Berufs- und Mittelschulen sollen angepasst werden. Der Regierungsrat hat gemäss eigener Mitteilung das Departement für Erziehung und Kultur ermächtigt, zu den geplanten Änderungen eine Vernehmlassung bei den Bildungsverbänden durchzuführen. Es geht unter anderem um Fragen der Altersentlastung, der Mindestanforderungen an die schulische Lehrtätigkeit und um die Anstellung von Hauptlehrern und Lehrbeauftragten.

An den Volksschulen betreffen die Änderungen in erster Linie die Altersentlastung. Lehrer sollen ab einer Anstellung von 50 Prozent eine Altersentlastung erhalten. Bisher wurde diese nur bei einem Pensum von 90 und mehr Prozenten gewährt. Je nach Lektionenzahl liegt die Reduktion wie bisher zwischen einer und drei Lektionen. Diese geplanten Neuerungen können kostenneutral umgesetzt werden. Im Gegenzug zur linearen Absenkung der Anspruchsberechtigung mit einem Pensum ab 50 Prozent soll diese erst ab Vollendung des 59. statt wie bisher des 58. Altersjahres gewährt werden. Die Erhöhung um ein Jahr wird angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Gesundheitsentwicklung als vertretbar angesehen.

Die Altersentlastung der Volksschule wird mit den Berufs- und Mittelschulen koordiniert. Dabei wird eine Annäherung der beiden Systeme angestrebt. Die bisherige Regelung, bei der Mittelschullehrern mit einem vollen Pensum von 23 Wochenlektionen die gleiche Anzahl Entlastungsstunden zugestanden wurde wie Primarlehrern mit einem vollen Pensum von 30 Lektionen, stellt laut Regierungsrat eine Ungleichbehandlung dar.

Altersentlastung beträgt neu zehn Prozent des Pensums

Neu soll die Altersentlastung von Mittel- und Berufsfachschullehrern 10 Prozent ihres Pensums betragen. Sie gilt für Hauptlehrer ab dem 59. Altersjahr mit einem Beschäftigungsgrad ab 50 Prozent.

Weitere Anpassungen betreffen an den Volksschulen beispielsweise die Lehrbefähigung, die Kündigungsfristen und -termine und den Beginn und das Ende des Besoldungsanspruchs. Bei den Berufs- und Mittelschulen werden die Anforderungen an einen Hauptlehrer vereinheitlicht und konkretisiert.

So bedingt eine Anstellung als Hauptlehrer ein Qualifikationsverfahren der anstellenden Berufsfach- beziehungsweise Mittelschule sowie ein Mindestpensum von 50 Prozent. Zudem werden Vereinfachungen bei der Einreihung von Lehrern angestrebt. Für sämtliche Anpassungen auf der Sekundarstufe II wird mit jährlichen Mehrkosten von 145000 Franken gerechnet. Die Vernehmlassung endet am 31. Juli. (red)