THURGAU: Ein Viertel mehr Beratungen

150 Frauen haben letztes Jahr die Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen aufgesucht.

Ruth Bossert
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Wechsel im Vorstand: Karin Vetterli, neu, Judith Meier Inhelder, Präsidentin, Jutta Looser Übelmann, zurückgetreten. (Bild: Ruth Bossert)

Wechsel im Vorstand: Karin Vetterli, neu, Judith Meier Inhelder, Präsidentin, Jutta Looser Übelmann, zurückgetreten. (Bild: Ruth Bossert)

Die telefonischen Beratungsgespräche und Kurzkontakte haben sich massiv erhöht. Auch die Beratungen per Mail haben sich mehr als verdoppelt, sagte Ilona Svoboda, Leiterin der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen, an der Jahresversammlung des Trägervereins am Mittwoch in Frauenfeld. Deutlich zugenommen hätten auch die Beratungen von Fachleuten und Institutionen. Hingegen seien die persönlichen Beratungsgespräche leicht zurückgegangen.

Bei der Beratungsintensität stelle man fest, dass sich die mehrmaligen Kontakte mehr als verdoppelt hätten, erklärte Svoboda. Die Zahl der Klientinnen, ausschliesslich aus dem Kanton Thurgau, hat sich von 120 auf über 150 erhöht, also um 25 Prozent zugenommen. Für Ilona Svoboda hat häusliche Gewalt meist psychologische, soziale, ökonomische und strafrechtliche Aspekte. Die heutigen Gesetze dienen der konsequenten Ahn-dung von häuslicher Gewalt, dabei sei es wichtig, dass gewaltbetroffene Frauen die Unterstützung rechtzeitig in Anspruch nehmen und den Schritt wagen, sich helfen zu lassen. Das Projekt «Paargespräche», das die Beratungsstelle zusammen mit Andreas Hartmann von der St. Galler Beratungsstelle Konflikt.Gewalt durchführt, sei sehr gut angelaufen. Paargespräche seien eine gute Ergänzung zu den ambulanten Gesprächen nur mit Frauen. Im vergangenen Jahr konnten elf Paare beraten werden. Ilona Svoboda wurde für das 15-jährige und Gabriela Gadola für das 10-jährige Arbeitsjubiläum geehrt.

Neue Präsidentin ist eine alte Präsidentin

Aufs neue Geschäftsjahr übernimmt Judith Meier Inhelder erneut das Präsidium, das sie für ein Jahr interimsweise an das Vorstandsmitglied und frühere Präsidentin Irène Kreis abgegeben hatte. Zudem will Jutta Looser, die als Urmutter des Vereins bezeichnet wurde, aus dem Vorstand zurücktreten. Zu diesem Schritt habe sie sich bereits vor zwölf Jahren einmal entschieden, erzählte Irène Kreis, doch als acht Jahre später dem Verein erneut engagierte Frauen fehlten, liess sie sich wieder in den Vorstand wählen und war deshalb auch immer zur Stelle, wenn Not an der Frau war. Nicht zuletzt sei es ihr leichtgefallen, nun endgültig zurückzutreten, sagte Jutta Looser Übelmann, denn sie freue sich sehr, dass ihre Lücke mit Karin Vetterli aus Rheinklingen optimal geschlossen werden könne.

Der Verein leide unter Mitgliederschwund, aktuell gebe es 120 Einzel- und 25 Kollektivmitglieder, sagte Finanzchefin Susanne Flury. Die Rechnung schloss mit einem Überschuss von knapp 5700 Franken.