Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

THURGAU: Die Thurmed ist verhandlungsbereit

Die privaten Apotheken fürchten sich vor der staatlichen Konkurrenz. Thurmed-Verwaltungsratspräsident Robert Fürer ist bereit, über eine Abtretung der Frauenfelder Spitalapotheke zu verhandeln – nicht aber über die Münsterlinger Spitalapotheke.
Thomas Wunderlin
In Münsterlingen gibt es seit 2014 eine Spitalapotheke: Geschäftsführer Rainer Andenmatten. (Bild: Andrea Stalder (11. August 2017))

In Münsterlingen gibt es seit 2014 eine Spitalapotheke: Geschäftsführer Rainer Andenmatten. (Bild: Andrea Stalder (11. August 2017))

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin

@thurgauerzeitung.ch

Die Spitalpharmazie Thurgau AG plant 2019 die Eröffnung einer Apotheke im Frauenfelder Kantonsspital, wie sie seit 2014 im Kantonsspital Münsterlingen besteht. Die privaten Apotheker fürchten um die Spitalaustritts­rezepte, deren Einlösung ihnen bis zu 30 Prozent ihres Umsatzes beschert. Die 20 Mitglieder des Vereins Apotheken Thurgau wollen die Spitalapotheken statt­dessen selber betreiben. Ihr Anliegen ist mit einer Interpellation im Grossen Rat aufgenommen worden.

Der Kanton Thurgau hat eine der tiefsten Apothekendichte der Schweiz, auch weil hier die Arztpraxen Medikamente verkaufen dürfen. Die Spitalpharmazie Thurgau AG ist wie die Spital Thurgau AG eine Tochter der Thurmed AG, die dem Kanton Thurgau gehört. Nachdem der CEO der Spital Thurgau AG, Marc Kohler, auf eine Stellungnahme verzichtet hat (TZ-Ausgabe vom 22. November), erklärt nun Robert Fürer die Haltung der Thurmed AG in einem schriftlich geführten Interview. Der Frauenfelder Rechtsanwalt und CVP-Mitglied mit Jahrgang 1950 ist Verwaltungsratspräsident der Thurmed AG und der Spital Thurgau AG.

Robert Fürer, weshalb will die Spitalpharmazie Thurgau AG im Kantonsspital Frauenfeld eine Apotheke eröffnen? Im Unterschied zu Münsterlingen gibt es in Frauenfeld genügend Apotheken.

Es ist ein viel geäusserter Wunsch unserer Patientinnen und Patienten, beim Spitalaustritt die verschriebenen Medikamente im Spital beziehen zu können. Der entsprechende Service in der Apotheke in Münsterlingen wird sehr geschätzt. Diesen Service wollen wir in Zukunft auch in Frauenfeld bieten.

Soll und darf ein kantons­eigener Betrieb die privaten Apotheken konkurrenzieren?

Diese Frage ist Gegenstand der Interpellation vom 8. November und nicht von unserer Seite zu ­beantworten.

Rechnen Sie damit, dass eine private Apotheke aufgrund der Konkurrenz der neuen Spitalapotheke schliessen muss?

Nein, damit rechnen wir nicht, denn schon heute hat der Bürger die Wahlfreiheit, Medikamente in der Apotheke oder beim niedergelassenen Arzt oder bei einer Versandapotheke zu beziehen. In Münsterlingen stellen wir immer ein Rezept aus und dies wird auch in Frauenfeld der Fall sein. Dieses kann überall eingelöst werden.

Wie kann nach einer solchen Schliessung der Apotheken-Pikettdienst aufrechterhalten werden?

Dazu kann ich mich nicht äussern.

Der Apothekerverband will eine Tochterfirma im Besitz seiner zwanzig Mitglieder gründen, welche die Spitalapotheken in Frauenfeld und auch in Münsterlingen ­betreibt. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Eine solche Offerte würde unsere Geschäftsleitung ernsthaft prüfen, wobei die Campus-Apotheke in Münsterlingen nicht mehr Gegenstand von Verhandlungen sein kann.

Im Grossen Rat ist unlängst die Informationspolitik der Thurmed kritisiert worden. Wie beurteilen Sie die ­Informationspolitik der Thurmed AG und jene der Spital Thurgau AG?

Die Thurmed AG erstellt seit Jahren einen umfassenden Geschäftsbericht und stellt ihn dem Regierungsrat zu, wie es im Gesundheitsgesetz festgehalten ist. Darüber hinaus informieren wir offen in der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates.

Haben Sie aus jener Diskussion Konsequenzen gezogen? Wenn ja, welche?

Wir haben die Voten eingehend studiert und diskutiert. Allfällige Änderungen werden in der Berichterstattung über das Jahr 2017 ersichtlich sein.

Unter anderem wurde ein eigenständiger Jahresbericht der Thurmed AG vermisst. Wird es nächstes Jahr ­einen solchen geben? In ­elek­tronischer Form oder auch gedruckt?

Nochmals: Die Berichterstattung erfolgt im gesetzlich vorgegebenen Rahmen an den Regierungsrat.

Im Grossen Rat wurde es als «Wunder der Rechenkunst» bezeichnet, dass der Immo­bilienwert in kurzer Zeit von einer Milliarde auf 181 Mil­lionen Franken sinken konnte. Wie ist das zu erklären? Sind es steuerliche Gründe?

Die Bewertung – auch der Immobilien – erfolgt nach den Regeln des Obligationenrechts und der entsprechenden Ausführungs­erlasse. Insbesondere gilt dies auch für die notwendigen Abschreibungen. Steuerliche Gründe sind nicht massgebend. Die Aussage zum «Wunder der Rechenkunst» ist falsch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.