Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

THURGAU: Der Löwe läuft dem Bär davon

Die Wappen von Fusionsgemeinden sind gestalterisch eine Herausforderung. Der Wappenkundler Hans Rüegg hat die Embleme nach heraldischen Regeln bewertet. Sein Fazit: Es gibt hervorragende Lösungen, aber auch missratene.
Marc Sieger

Marc Sieger

marc.sieger@thurgauerzeitung.ch

Fünf Wappen sind missraten. Sechs befriedigend und sieben gelungen.

Der Liechtensteiner Wappenkundler Hans Rüegg geht in einer Publikation der Stiftung «Schweizer Fahnen und Wappen» den Kreationen Thurgauer Fusionsgemeinden auf den Grund. 18 Wappen untersucht und bewertet er nach ihrer heraldischen Gültigkeit.

Vereinigen sich zwei Ortschaften, stellt sich die Frage, unter welchem Wappen die fusionierte Gemeinde auftritt. Sie kann ein bestehendes beibehalten, die vorherigen kombinieren oder ein neues entwerfen.

Für die Gestaltung von Wappen ist über Jahrhunderte ein Regelwerk entstanden. Dieser Heraldische Kodex ist weder offiziell gültig noch formal feststehend. Er soll gewährleisten, dass ein Wappen möglichst gut erkennbar ist. Entstanden ist er im Mittelalter. Die Wappen auf den Schildern der Ritter mussten deutlich zeigen, welcher Armee die Krieger angehörten. Im Getümmel der Schlacht, konnte es sonst passieren, dass man anstelle des Gegners den Verbündeten verdrosch.

Rot auf Blau oder Gold auf Silber ist nicht erlaubt

Rüegg stützt sich bei seiner Bewertung unter anderem auf die Farbregel. Bei der Wappengestaltung werden die Farben Rot, Blau, Grün und Schwarz sowie die Metalle Gold und Silber, oft als Gelb und Weiss dargestellt, verwendet. Die Farbregel besagt, dass Farben nicht aneinanderstossen und sich auch die Metalle nicht berühren dürfen. Aus der Ferne können die Farben nur schlecht auseinandergehalten werden.

Bei manchen Wappen bemängelt Rüegg die Wahl der Sujets oder ihre Ausrichtungen. So gehen der Löwe und der Bär auf dem Wappen der Gemeinde Basadingen-Schlattingen in verschiedene Richtungen

Selbst das Kantonswappen gilt unter Wappenkundlern als bedenklich. Der auf silbernem Grund liegende goldene Löwe verstösst gegen die Farbregel und ist aus der Ferne nur schwer zu erkennen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.