Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Thurgau bestätigt Konkordanz

Der Freisinnige Walter Schönholzer zieht neu in den Thurgauer Regierungsrat ein. Die vier Bisherigen werden klar bestätigt. Das beste Resultat macht Carmen Haag (CVP). Der Aussenseiter Ueli Fisch (GLP) erzielt einen Achtungserfolg.
Thomas Wunderlin
Der Thurgauer Regierungsrat in neuer Zusammensetzung: Cornelia Komposch, Monika Knill, Walter Schönholzer, Carmen Haag und Jakob Stark. (Bilder: Reto Martin)

Der Thurgauer Regierungsrat in neuer Zusammensetzung: Cornelia Komposch, Monika Knill, Walter Schönholzer, Carmen Haag und Jakob Stark. (Bilder: Reto Martin)

FRAUENFELD. Die Freisinnigen halten ihren Sitz im Thurgauer Regierungsrat. Als Nachfolger des zurücktretenden Volkswirtschaftsdirektors Kaspar Schläpfer haben die Stimmberechtigten den amtierenden FDP-Parteipräsidenten Walter Schönholzer gewählt. Der 50jährige Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg erhielt 45 634 Stimmen. Damit distanzierte er den Grünliberalen Ueli Fisch deutlich. Der Textilunternehmer aus Ottoberg hatte mit seiner Kandidatur den Stimmbürgern eine echte Auswahl ermöglicht. Mit einem aktiven Wahlkampf erzielte er ein beachtliches Resultat und übertraf mit 31 432 Stimmen das absolute Mehr von 28 409 deutlich, schied aber als überzähliger Kandidat aus.

Problemlos bestätigt wurden die vier Bisherigen. Das beste Resultat mit 53 967 Stimmen machte Carmen Haag (CVP), die seit 2014 im Regierungsrat sitzt. Dahinter folgen die beiden SVP-Vertreter Monika Knill (seit 2008) und Jakob Stark, der amtsälteste Regierungsrat (seit 2006). Die Sozialdemokratin Cornelia Komposch, die seit Juni 2015 in der Regierung dabei ist, erreichte den vierten Platz mit 46 446 Stimmen. Bei der Auszählung der Stimmen lag Schönholzer eine Zeitlang vor Komposch. Den Ausschlag für sie gaben am Ende die grösseren Orte, wo sie den Freisinnigen distanzieren konnte. Damit werden im Thurgauer Regierungsrat die Sitze weiterhin nach demselben Schlüssel wie seit 1986 verteilt: zwei SVP, ein FDP, ein CVP und ein SP.

Auf Vereinzelte entfielen 4276 Stimmen, leere Zeilen wurden 50 741 gezählt. Die Wahlbeteiligung betrug 44,6 Prozent.

Erwartungen erfüllt

Das Ergebnis sehe «genau so aus wie erwartet», sagte Carlo Parolari, Präsident der FDP-Grossratsfraktion, am Sonntag im Wahlzentrum im Frauenfelder Regierungsgebäude. Die Thurgauer Bevölkerung wolle an der Zusammensetzung des Regierungsrats nichts ändern.

«Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so weit vorne liege», kommentierte Carmen Haag ihren Spitzenplatz. «Das Resultat bestärkt mich darin, weiter zu arbeiten wie bisher.» Die Baudirektorin musste bei der Thurkorrektion und der Raumplanung den Widerstand von Bauern und Gemeinden überwinden, was ihr offensichtlich nicht geschadet hat. «Man hat uns attestiert», sagte Haag, «dass wir sorgfältig und transparent gearbeitet haben.»

Das Wahlresultat entspreche den Empfehlungen der SVP-Delegierten, kommentierte SVP-Präsident Ruedi Zbinden das Ergebnis. «Die Konkordanz wird im Thurgau gelebt.»

Das letzte Mal habe er das viertbeste Resultat erzielt, sagte Finanzdirektor Jakob Stark: «Mit dem dritten Platz bin ich zufrieden.» Auch Erziehungsdirektorin Knill zeigte sich zufrieden; vor vier Jahren hatte sie den Spitzenrang erreicht.

Sie freue sich, dass sie weitermachen dürfe, sagte Cornelia Komposch. Es gefalle ihr im Justizdepartement, sie habe sich gut eingearbeitet. SP-Präsidentin Barbara Kern dementierte, dass die SP Angst vor dem grünliberalen Kandidaten gehabt habe: «Das haben die Medien herbeigeredet.»

Ueli Fisch habe ein besseres Resultat erzielt, als er erwartet habe, sagte Kurt Egger, Präsident der Grünen. «Ich hoffe, die Zusammensetzung der Regierung bleibt nicht weitere 30 Jahre unverändert.»

Departementszuteilung offen

Zur zukünftigen Departementsverteilung war nichts Neues zu erfahren. Laut Regierungspräsident Stark wird darüber bis Ende März entschieden.

SP-Präsidentin Kern bestätigte ihren Wunsch, dass Komposch im Justizdepartement bleiben solle. «Kontinuität ist wichtig für ein solches Amt; man hat auch eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden.» Auch FDP-Fraktionspräsident Parolari fand, wer erst «ein bis zwei Jahre» im Amt sei, soll nicht wechseln.

Der abtretende Regierungsrat Kaspar Schläpfer (FDP) unterhält sich gut gelaunt mit der SP-Kollegin. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Der abtretende Regierungsrat Kaspar Schläpfer (FDP) unterhält sich gut gelaunt mit der SP-Kollegin. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.