Thurella trennt sich von Eglisau

Die Thurella hat die stillgelegte Abfüllanlage mit dem Hochregallager in Eglisau verkaufen können. Wie viel die Egnacher Firma für das Objekt erhalten hat, wird nicht gesagt. Käuferin der Liegenschaft ist die Zürcher Kantonalbank.

Martin Knoepfel
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Betrieb ist Geschichte: Seit Ende 2010 füllt die Thurella in Eglisau keine Getränke mehr ab. Wichtigstes Standbein für Thurella ist heute die Marke Biotta. (Bild: Thurella)

Betrieb ist Geschichte: Seit Ende 2010 füllt die Thurella in Eglisau keine Getränke mehr ab. Wichtigstes Standbein für Thurella ist heute die Marke Biotta. (Bild: Thurella)

frauenfeld. Thurella hat die Abfüllanlagen in Eglisau und das zugehörige Grundstück verkauft. Das ist einer Medienmitteilung von gestern zu entnehmen. Bis Ende 2010 füllte die in Egnach ansässige Firma im zürcherischen Eglisau Getränke ab, unter anderem der Marke Schweppes.

2003 hatte die Thurella den Betrieb erworben. In ein modernes Hochregallager bei der Abfüllanlage hatte Thurella 2008 und 2009 rund 26 Millionen Franken investiert, wobei Auflagen der Behörden das Bauprojekt rund zwei Jahre verzögert und die Baukosten in die Höhe getrieben hatten.

Strategischer Entscheid

Seit Ende 2010 stehen die Maschinen in Eglisau still. Im letzten Februar wurden Einrichtungsgegenstände und Vorräte verkauft. 100 Arbeitsplätze gingen mit der Stilllegung verloren. Mit dem Verkauf der Liegenschaft setzt die Thurella einen Beschluss um, den Verwaltungsrat und Geschäftsführung schon im Mai 2010 bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2009 bekanntgegeben hatten. Der Hintergrund: Feldschlösschen beschloss 2010, den Abfüllauftrag der Thurella für Schweppes nicht zu verlängern und diese Getränke ab diesem Jahr in einer eigenen Anlage abfüllen zu lassen. Als Folge war es nach Einschätzung der Führung der Thurella nicht mehr möglich, den Betrieb in Eglisau rentabel weiterzuführen.

Letztes Jahr wurde ein Handwechsel der Liegenschaft für November 2010 in Aussicht gestellt. Nun ist April 2011. Heisst das, dass es nicht viele zahlungskräftige Interessenten gab? Es scheint so. Es sei nicht einfach gewesen, einen Käufer zu finden, sagte Rolf Menke, Kommunikationsbeautragter der Thurella, und versprach Informationen für die Bilanzmedienkonferenz. Ungewöhnlich ist, dass die Medienmitteilung die Thurgauer und die Zürcher Kantonalbank erwähnt. Auch die beiden Hausbanken hätten zur Lösung beigetragen, heisst es. Von Seiten der ZKB war dieser Beitrag sehr konkret, ist sie doch der neue Alleineigentümer der Liegenschaft. Das war von der Medienstelle zu erfahren. Die ZKB prüfe alle Möglichkeiten eines Weiterverkaufs. Im Vordergrund steht eine gewerbliche oder industrielle Nutzung, hiess es weiter.

Stillschweigen über Preis

Zum Verkaufspreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Menke sagte nur, dass die Anlage in Eglisau für Thurella strategisch nicht mehr nötig sei. Der Verkauf entlaste die Bilanz und gebe der Thurella Luft. «Das ist für uns sehr positiv.» Offenbar ist der Verkaufspreis mindestens gleich hoch wie der Betrag, mit dem die Liegenschaft in der Bilanz 2010 fungiert. Sonst muss die Differenz in der Erfolgsrechnung als Wertberichtigung auftauchen. 2009 hatte Thurella einen Verlust von 57,2 Millionen Franken hinnehmen müssen. Die Wertberichtigung allein für Eglisau betrug 2009 26,8 Millionen. An der Berner Börse verloren die Thurella-Aktien gestern 3,5 Prozent und schlossen bei 40 Franken.