THUNDORF: Runde zum Aufwärmen

Eine IG wehrt sich gegen eine geplante Mobilfunkanlage. Vor der ausserordentlichen Gemeindeversammlung erzählten an einem Infoabend Strahlenopfer.

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Strahlenexperte Stefan Zbornik referiert vor der Versammlung. (Bild: Rudolf Steiner)

Strahlenexperte Stefan Zbornik referiert vor der Versammlung. (Bild: Rudolf Steiner)

Die Vorgeschichte ist bekannt: Die Mobilfunkgesellschaft Salt will im Dorfkern von Thundorf eine Handyfunkantenne aufstellen. Obwohl im 1500-Seelen-Dorf von Swisscom und Sunrise bereits zwei Handyantennen stehen hat der Gemeinderat mit Salt bereits einen Vertrag abgeschlossen, der von einem besorgten Anwohner allerdings beim kantonalen Verwaltungsgericht angefochten wurde. Der Entscheid ist allerdings noch hängig, wie der Rekurrent am Dienstagabend erklärte.

Aborte, Missbildungen und Totgeburten

Nach der Begrüssung durch Bruno Ambrosetti von der IG lebenswertes Thundorf wies Wirtschaftsinformatiker Stephan Zbornik aus Kreuzlingen wie schon am ersten Informationsabend auf die vielen Gefahren und Auswirkungen von Mobilfunkantennen in besiedelten Gebieten hin. «Es gibt mittlerweile neue, kostengünstige Technologien, die bei gleichen Resultaten das Gefahrenpotenzial massiv reduzieren», sagte er und erwähnte dabei Mikrozellen, Indoor-Box (Sunrise) WiFi-Calling (Swisscom) und WLAN. Informierte am ersten Informationsanlass der betroffene Landwirt Hans Sturzenegger aus Reutlingen b. Winterthur, hatten die Verantwortlichen dieses Mal drei Einwohner aus Elgg ZH als Betroffene eingeladen.

So schilderten Theo Wirth (Rentner), Debora Widmer (Steinbildhauerin) und Thomas Peter (Landwirt), wie sie mit den Folgen durch die Dauerbestrahlung umgehen. Vor allem die Aussagen von Landwirt Thomas Peter, der nach einer massiven Erhöhung der Sendeleistung der Anlage Obermühle in Elgg erschreckende Auswirkungen wie Aborte, Missbildungen oder Totgeburten bei seinen Tieren feststellte, beeindruckten die Besucher und Besucherinnen in Thundorf. «Die materiellen Schäden in der Höhe von mehreren tausend Franken musste ich bis jetzt alleine tragen», so der betroffene Landwirt.

Gemeindeversammlung am 8. März

Die Verantwortlichen der IG lebenswertes Thundorf, die bis jetzt als blosse Zweckvereinigung besteht (man überlegt sich die Gründung eines Vereins), haben mittlerweile vier Anträge ausgearbeitet und mit 248 Unterschriften an der Bechtelisgemeinde Mitte Januar eine ausserordentliche Gemeindeversammlung gefordert. Diese findet nun definitiv, wie vom nicht anwesenden Gemeinderat festgesetzt, am Mittwoch, 8. März, um 20 Uhr im Gemeindesaal statt.

 

Rudolf Steiner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch