THUNDORF: Nächste Runde im Antennenstreit

248 Unterschriften erzwingen im Knatsch um die geplante Mobilfunkanlage eine ausserordentliche Gemeindeversammlung. Die Sache sei komplex, sagt Gemeindepräsident Alois Hersche.

Samuel Koch
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Das aufgestellte Visier zeigt das Ausmass der geplanten Salt-Handyantenne beim Entsorgungsplatz. (Bild: PD)

Das aufgestellte Visier zeigt das Ausmass der geplanten Salt-Handyantenne beim Entsorgungsplatz. (Bild: PD)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Das letzte Wort hat das Verwaltungsgericht. Bis es aber soweit ist, kämpfen sie weiter: die Mitglieder der «IG lebenswertes Thundorf». Sie setzen sich gegen eine geplante Handyantenne des Betreibers Salt beim Entsorgungsplatz am Rande des Wohngebiets ein. Es wäre nebst denjenigen von Swisscom und Orange bereits die dritte im 1400-Seelen-Dorf im Tuenbachtal.

Über Wochen haben die IG-Mitglieder in Thundorf Flug­blätter verteilt und Unter­schriften gesammelt. An der Bechtelisgemeinde Mitte Januar überreichten die IG-Mitglieder über 250 Unterschriften für eine ausserordentliche Gemeinde­versammlung, die nun gemäss Gemeindeverordnung durchgeführt werden muss. Zudem erklärte eine klare Mehrheit der Stimmbürger vier Anträge für erheblich (siehe Infokasten).

Versammlung frühestens Anfang März

Dem Wunsch, wonach die ausserordentliche Gemeindeversammlung noch vor Ende Februar ­stattfinden soll, wird Gemeinde­präsident Alois Hersche kaum nach­kommen können. «Das wird frühestens Anfang März der Fall sein», sagt er. Davor werde er sich mit seinen Gemeinderats­kollegen besprechen sowie rechtlich absichern müssen. «Wir ­werden abklären, was gesetzlich möglich ist und was nicht», meint Hersche. Fakt sei, dass die Netzbetreiber gemäss Bundesbern Anrecht auf den Bau von Mobilfunkanlagen haben, sofern eine Lücke in der Versorgung bestünde. «Das ist für Salt in Thundorf der Fall», sagt Hersche.

Nach Abklärungen verschiedener anderer Standorte in der Gewerbezone sowie der öffent­liche Zone habe sich der Gemeinderat per Kaskadenprinzip für denjenigen beim Entsorgungsplatz entschieden. «Von allen schlechten Plätzen ist der jetzige noch der beste», betont Hersche. Trotz hängiger Beschwerde beim Verwaltungsgericht und möglichen Verhandlungen bei nächsthöheren Instanzen sagt ihm sein Bauchgefühl, dass die Salt-Antenne schliesslich beim Entsorgungsplatz zu stehen kommen wird. Es stelle sich aber auch die Frage, wie die Gemeinde in Zukunft mit der Thematik umgehe, sagt Hersche. Deshalb hat er den IG-Vertretern am 13. Februar ein Treffen für ein Gespräch vorgeschlagen.

Mit Flugblättern weiter sensibilisieren

Dölf Küng, einer der Initianten der «IG lebenswertes Thundorf», versteht den Vorschlag für wei­tere Gespräche vor der ausser­ordentlichen Gemeindeversammlung nicht. Diese und die Traktanden seien vom Stimmvolk gutgeheissen worden und stünden somit fest. «Sind denn 248 gültige Unterschriften nichts?», fragt er sich. Ausserdem hofft er, dass sich der Gemeinderat trotz hängigem Entscheid hinter den Antrag stellt, vom geplanten Standort am Entsorgungsplatz abzusehen. «Wenn der Gemeinderat entschieden dahintersteht, könnte den Plänen von Salt sicher entschieden entgegnet werden», ist er sich sicher. In den nächsten Tagen wird Küng weitere Flugblätter im Dorf verteilen. «Wir wollen die Bevölkerung weiter sensibilisieren», meint er. Er ­könne nicht verstehen, weshalb die Anlage unmittelbar neben der Wohnzone zustande kommen soll. «Ausserhalb des Siedlungsgebiets würde die Antenne doch niemanden stören», sagt er.

Weitere Worte dürften in dieser Angelegenheit noch folgen. Das kantonale Verwaltungsgericht kommentiert das laufende Verfahren indes nicht. Ebenso wenig, bis wann mit einem Entscheid gerechnet werden kann – ob zu Gunsten oder zu Ungunsten der «IG lebenswertes Thundorf».