THUNDORF: Gutbürgerliche Kost

Nach fünfmonatiger Pause kehrt im Gasthaus Harmonie im Dorfzentrum wieder Leben ein. Die neue Wirtin Lisbeth Wüthrich setzt lieber auf Cordon bleu als auf Chateaubriand und hofft, dass wieder vermehrt Gäste aus der Nähe bei ihr einkehren.

Evi Biedermann
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Wirtin Lisbeth Wüthrich in der neu ausgerichteten «Harmonie». (Bild: Reto Martin)

Wirtin Lisbeth Wüthrich in der neu ausgerichteten «Harmonie». (Bild: Reto Martin)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

«Nehmen Sie den Hintereingang», empfahl Lisbeth Wüthrich ein paar Tage vor der Eröffnung am Telefon: «Mir sind am grümp-le.» Inzwischen ist alles Geseitigt was doppelt vorhanden war oder vom Vorgänger nicht mitgenommen wurde, und die neue Wirtin des Thundorfer Gasthofs Harmonie hat mit zahlreichen Gästen bereits die erste Party gefeiert. Am Gründonnerstag lud sie in Thundorf zur Hasenparty ein und läutete damit auch die Wiedereröffnung des Gasthofs ein.

Fünf Monate war das Restaurant geschlossen gewesen, nun will Lisbeth Wüthrich die Thundorfer zurück in die Dorfbeiz holen. Eine erste Annäherung hat sie bereits gemacht, indem sie im Dorf Flyer verteilte, die ihre baldige Anwesenheit ankündigten. «Ich hoffe, die Dorfbewohner machen nun den nächsten Schritt», sagt die neue Wirtin. Unkompliziert sollen die Gäste bei ihr ein- und ausgehen. Wichtig sei ihr ein guter Kontakt zu ihnen. «Die Gäste sollen sich wohl fühlen bei uns.»

Von der Stadt aufs Land hinaus

Bis vor einer Woche hat Lisbeth Wüthrich im «Landhaus» gewirtet. Mit dem Frauenfelder Restaurant machte sie vor knapp fünf Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit, im Gastgewerbe arbeitet die gebürtige Aargauerin indes bereits seit 38 Jahren, sowohl als Köchin wie auch im Service. Dem Wechsel von der Stadt aufs Land liegt nicht etwa die Sehnsucht nach ländlicher Idylle zugrunde, sondern wirtschaftliche Überlegungen. «Der Mietzins ist tiefer hier», erklärt Lisbeth Wüthrich ohne Umschweife. Gefallen hat ihr dann letztlich aber auch anderes nach der ersten Besichtigung. Die Liegenschaft sei gepflegt und beherberge auch eine Metzgerei. «Das passt wunderbar zusammen», sagt die Wirtin und versichert, dass, wenn immer möglich, Frischfleisch vom Hausmetzger auf die Teller komme. Auf gutbürgerliche Art zubereitet. Mittags als Bestandteil von Menus, abends Als à-la-Carte-Gerichte. «Ein Chateaubriand gibt’s bei mir nicht», stellt sie klar. «Wohl aber ein saftiges Cordon bleu.»

Frauentrio übernimmt das Zepter

Am Herd steht Lisbeth Wüthrich selber. Gelernt hat sie das Metier während ihrer Kochlehre, die sie damals als Jugendliche ohne Abschlussprüfung beendete. Dem Gastgewerbe ist sie trotzdem treu geblieben. Nicht ausschliesslich als Köchin, sondern als Serviceangestellte, die auch kocht. Profitiert haben sowohl Arbeitgeber wie sie selber. So konnte sie einspringen, wenn Not am Mann war, was manch ein Wirt geschätzt habe. Zudem sei sie als Köchin nie aus der Übung gekommen. «Ich koche nämlich sehr gern», hält die Wirtin fest. Im Service hilft Tochter Regula mit, und mit Elsbeth Braun steht eine Aushilfe zur Verfügung, die im Dorf wohnt. «Wir freuen uns auf ehemalige und neue Gäste.»