THUNDORF: Es gibt kein Zurück mehr

Das ehemalige Schulhaus Lustdorf ist verkauft. Die Schulbürger stimmten am Dienstagabend der Handänderung zu. Das sorgte für ungleich mehr Emotionen als der negative Rechnungsabschluss.

Werner Ulrich
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Die neuen Mitglieder der Thundorfer Schulbehörde: Reto Rietmann und Nicole Keller. (Bild: Werner Ulrich)

Die neuen Mitglieder der Thundorfer Schulbehörde: Reto Rietmann und Nicole Keller. (Bild: Werner Ulrich)

Bauinvestitionen prägten die Rechnung der Primarschulgemeinde. Patrick Zimmerli präsentierte einen Aufwandüberschuss von 583000 Franken bei einem Gesamtaufwand von 2,86 Millionen Franken. Ein geringerer Steuerertrag und höhere Ausgaben im baulichen Unterhalt führten zu einer Abweichung gegenüber dem Budget von 339000 Franken. Ein Minus war aber sowieso budgetiert, da das Verhältnis des Eigenkapitals zur Steuerkraft eine stetige Reduktion des Eigenkapitals zulässt.

Gregor Kramer, verantwortlich für Liegenschaften, erläuterte die Eckwerte der Abrechnung des Schulhausneubaus. Bei einem Kostenvoranschlag von 7,86 Millionen konnten der Neubau und die Anpassungen in der bestehenden Anlage mit 7,75 Millionen abgeschlossen werden. Darin eingeschlossen sind die Erneuerung der IT-Infrastruktur und die Ersatzmöblierung.

Im März 2013 gab die Versammlung der Vorsteherschaft grünes Licht, um das Schulhaus Lustdorf an den Höchstbietenden verkaufen zu können. Dies mit der Auflage, eine Handänderung vor dem Grundbucheintrag der Versammlung vorzulegen. In die Finanzplanung wurde dazu ein Ertrag von 850000 Franken aufgenommen.

Begegnungsort für Lustdorf geht verloren

In der Zwischenzeit führte die Behörde intensive Gespräche mit dem Gemeinderat, der Kirchenvorsteherschaft und der Denkmalpflege. Der Behörde sei bewusst, dass mit dem Verkauf an Private für Lustdorf öffentlich genutzter Begegnungsraum verloren gehe, sagte Präsident Markus Müggler. Anhand klar definierter Auswahlkriterien führte ein Makler ein öffentliches Angebotsverfahren durch. Nach 59 Anfragen und 18 Bewerbungen entschied sich die Behörde, das Schulhaus an Patric Krattiger aus Lustdorf zu verkaufen. Verschiedene Voten aus der Versammlung hinterfragten den Verkauf abermals und appellierten an die Gemeinschaft, in Lustdorf nicht alles sterben zu lassen. Gleichwohl wurde mit 68 zu 20 Stimmen der Handänderung zugestimmt.

Weiter standen Behörden-Erneuerungswahlen an. Für die zurückgetretenen Sabine Hinrikson und Patric Zimmerli konnten Nicole Keller und Reto Rietmann gewonnen werden. Über 90 Prozent der Anwesenden bestätigten Markus Müggler als Präsidenten sowie die Bisherigen Marianne Eisenegger und Gregor Kramer.

Werner Ulrich

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch