Teureres Planschen für Auswärtige

FRAUENFELD. Frauenfelder sollen weniger Eintritt zahlen müssen für einen Badibesuch als Auswärtige. Das fordern FDP-Gemeinderätin Ursula Duewell sowie Partei- und Ratskollege Ernst Rüsi in einer Motion. Bei der Stadt war das auch schon Thema.

Mathias Frei
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Badibesucher: Im Schnitt wohnt nur einer dieser drei Buben in Frauenfeld. Die zwei anderen kommen von ausserhalb. (Bild: Nana do Carmo)

Badibesucher: Im Schnitt wohnt nur einer dieser drei Buben in Frauenfeld. Die zwei anderen kommen von ausserhalb. (Bild: Nana do Carmo)

Das Hallenbad-Dach sollte weder morgen noch übermorgen einstürzen. Wie am Mittwoch im Gemeinderat bekannt wurde, hat die Dachsanierung laut eines Gutachtens der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) nun doch nicht so hohe Dringlichkeit wie bislang angenommen. Aber es ist allen bewusst: In den nächsten Jahren besteht grosser Sanierungsbedarf in der Badi. Vor diesem Hintergrund haben Ursula Duewell und Ernst Rüsi (beide FDP) eine Motion zu Einheimischen- respektive Auswärtigentarifen für die Badi eingereicht. 19 weitere Gemeinderäte haben den Vorstoss mitunterzeichnet.

Kosten gerechter verteilen

Sie seien ganz klar der Meinung, dass Frauenfeld eine Badi brauchen, schreiben die Motionäre. Aber: «Wir müssen dafür sorgen, dass die Kosten gerechter verteilt werden und nicht grossmehrheitlich durch die Frauenfelder Eintritt- und Steuerzahlenden getragen werden, sondern dass sich auch auswärtige Besucher daran beteiligen müssen.» Fakt ist: Nur ein Drittel der Badibesucher wohnt in Frauenfeld. Der zweite Drittel stammt aus den umliegenden Gemeinden, ein letzter Drittel sogar aus anderen Kantonen. Im Budget 2015 weist die Badi einen Kostendeckungsgrad von 60 Prozent auf.

Die angesprochene Kostengerechtigkeit wollen Duewell und Rüsi mittels neuem Tarifsystem umgesetzt sehen. «Neu sollen die Tarife für Auswärtige höher sein als für Benutzer, die in Frauenfeld wohnen», heisst es in der Motion. Dies könne durch eine generelle Tariferhöhung mit reduzierten Preisen für Frauenfelder geschehen. Wer in Genuss des Einheimischentarifs kommen wolle, sei in der Bringschuld, dies zu beweisen, sagt Duewell. «Es soll einfach möglichst niederschwellig sein.»

Höhere Preise verkraftbar

Duewell und Rüsi halten eine Preiserhöhung für Nicht-Frauenfelder vertretbar. Die aktuellen Tarife lägen im Vergleich mit anderen Bädern eher im unteren Bereich. Die Frage, ob der Einheimischentarif nur für Saison- und Jahresabos gilt oder auch für Einzeleintritte, soll vom Stadtrat abgeklärt werden. Vorbilder für ein derartiges Tarifsystem gibt es aber schon einige im Thurgau (siehe Kasten). Und überall gilt der Einheimischentarif nur auf Abonnemente.

Was für Duewell aber klar ist: Wegen der bevorstehenden Badisanierung zielt die Motion nur auf die Badi, nicht auf die Kunsteisbahn. Zudem soll es umliegenden Gemeinden möglich sein, sich an den Badi-Betriebskosten zu beteiligen. So könnten deren Einwohner ebenfalls zum Einheimischentarif planschen.

Zentrumslasten wiegen schwer

Die Idee von Auswärtigentarifen ist in Frauenfeld nicht neu. Stadtammann Carlo Parolari äusserte sich im Rahmen des Budgets 2014 allgemein zu Zentrumslasten wie Badi, Kunsteisbahn und Stadtbus. Damals machte sich die Stadt laut Gedanken. Es sei zwar als Kompliment zu betrachten, dass Badegäste aus Winterthur oder dem Mittelthurgau nach Frauenfeld kämen. «Aber irgendwann stösst unsere Solidarität an ihre Grenzen», sagte Parolari damals, im Bewusstsein, dass derartige Massnahmen «nicht sehr populär» seien.

CH-Gemeinderat Benjamin Stricker indes sieht eine «Auswärtigenstrafe» als falschen Weg, wie er in einer Interpellation von diesem Februar schrieb. Durch ihre kinderfreundlichen Einrichtungen habe die Badi eine überregionale Anziehungskraft. Deshalb bat er den Stadtrat, andere Möglichkeiten zu suchen.

Ursula Duewell Motionärin und Gemeinderätin FDP (Bild: pd)

Ursula Duewell Motionärin und Gemeinderätin FDP (Bild: pd)

Ernst Rüsi Motionär und Gemeinderat FDP (Bild: pd)

Ernst Rüsi Motionär und Gemeinderat FDP (Bild: pd)