Teurer als in der Botschaft

Der geplante Pavillon im Frauenfelder Murg-Auen-Park kostet gemäss Abstimmungsbotschaft 840 000 Franken. Nun ist er im Baugesuch 30 Prozent teurer geworden. Amtschef Fabrizio Hugentobler versichert, die Kosten seien unter Kontrolle.

Thomas Wunderlin
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Der Anwohner René Weber beobachtet die Arbeiten am Murg-Auen-Park kritisch; das Entenhäuschen liegt verkehrt im Mühlewiesenkanal. (Bild: Donato Caspari)

Der Anwohner René Weber beobachtet die Arbeiten am Murg-Auen-Park kritisch; das Entenhäuschen liegt verkehrt im Mühlewiesenkanal. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Anstelle dreier Militärbaracken baut die Stadt Frauenfeld im neuen Murg-Auen-Park einen Party-Pavillon mit öffentlichem WC. Laut Botschaft zur Abstimmung vom 13. November 2011 kostet er 840 000 Franken. Im Baugesuch betragen nun die Anlagekosten 1,1 Millionen Franken, wie die Thurgauer Zeitung am Donnerstag gemeldet hat.

Die Differenz ist dem Anwohner des Murgwiesenkanals, René Weber, ins Auge gestochen (siehe nebenstehenden Leserbrief). Weber steht dem Park, der vom Volk mit 64 Prozent Ja angenommen wurde, grundsätzlich skeptisch gegenüber. Das zuvor bestehende Biotop falle dem «Naturspielplatz» zum Opfer. So habe er im Buebewäldli mehrmals einen Eisvogel beobachtet.

Kritik an Rodungen

Gegen die Rodungen am Kanal hatte er Einsprache erhoben, diese aber wieder zurückgezogen. Vertreter der Stadt erklärten ihm, vom Spazierweg am Kanal solle die Sicht auf die Murgwiese frei sein, damit das Gebiet unter sozialer Kontrolle sei. Einen Konstruktionsfehler vermutet Weber beim Entenhäuschen, das nun im Kanal schwimmt. Beim Augenschein am Montag lag es verkehrt im Wasser; keine Ente könnte es bewohnen. Weber vermutet, der Schnee, der unter Sonneneinstrahlung einseitig geschmolzen sei, habe es aus dem Gleichgewicht kippen lassen. Webers Kritik beantwortet Fabrizio Hugentobler mit der nebenstehenden Stellungnahme. Das Kostendach von 3,6 Millionen Franken einzuhalten, sei eines der wichtigsten Ziele, schreibt der Leiter des Amts für Jugend, Sport und Freizeit. Im Gespräch erklärt Hugentobler, dass in der Botschaft 120 000 Franken Erschliessungskosten für Kanalisation, Elektrisch und Wasser separat ausgewiesen wurden. Diese seien im Baugesuch dazu gerechnet.

Kostenverschiebungen möglich

Hugentobler verweist ferner auf zwei Hinweise in der Botschaft. Zum einen wurde die Genauigkeit der Kostenschätzung mit «+/–15 Prozent» angegeben. Dazu wurde vermerkt: «Kostenverschiebungen innerhalb der Kostengliederungen sind möglich.» Das heisst beispielsweise, dass die Wege teurer werden können, die Brücken dafür billiger. Noch seien zum Pavillonbau keine Offerten eingeholt worden, betont Hugentobler. Deshalb seien alle Angaben noch nicht verifiziert – jene der Botschaft ebenso wenig wie jene des Baugesuchs. Er versichert: «Wir mauscheln nicht sondern kommunizieren offen.» Was die Holzpfähle betrifft, die laut Weber zersplittert sind, so erklärt Hugentobler, insgesamt seien entlang des Kanals 1200 Holzpfähle eingerammt worden. «Gelangt ein solcher auf einen Stein, kann es zum Bruch kommen.»

Modellaufnahme des geplanten Pavillons im Murg-Auen-Park. (Bild: pd)

Modellaufnahme des geplanten Pavillons im Murg-Auen-Park. (Bild: pd)

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