TEURE GESPRÄCHSVERWEIGERUNG: Kündigung wegen Ferienstreit: Thurgauer erhält zu Recht kein Arbeitslosengeld

Weil ein Arbeiter ein Gespräch zur Ferienregelung verweigerte, verlor er nicht nur seine Arbeitsstelle, sondern auch den Anspruch auf Arbeitslosengelder für die Dauer von 31 Tagen.

Urs-Peter Inderbitzin
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Am Bundesgericht wurde entschieden, dass die Arbeitslosenkasse im Recht sei. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Am Bundesgericht wurde entschieden, dass die Arbeitslosenkasse im Recht sei. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Ein heute 41-jähriger Mann war bereits mehrere Jahre als Operateur und Spediteur in einem Unternehmen im Kanton Thurgau tätig, als er im Januar 2016 die Kündigung erhielt. Als Kündigungsgrund gab das Unternehmen „Nichtanpassungsfähigkeit“ an. Hintergrund für diese Qualifikation war ein Streit über den Ferienbezug im Sommer 2016. Das Unternehmen hatte anfangs Jahr zwei Mitarbeiter angehalten, sich innert Wochenfrist über den Ferienbezug zu einigen, nachdem vorherige Versuche über die Ferienregelung gescheitert waren. Für den Fall der Nichteinigung drohte das Unternehmen die Kündigung an.

Als der Mitarbeiter keine Kompromissbereitschaft zeigte und sich weigerte, mit seinem Kollegen eine Ferienlösung zu finden, erhielt der Mann die Kündigung.

Stempelgelder für 31 Tage gestrichen

In der Folge meldete sich der Entlassene zur Arbeitsvermittlung an und stellte den Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Thurgau strich dem Mann daraufhin die Stempelgelder für 31 Tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit.

Nach dem Thurgauer Verwaltungsgericht hat nun auch das Bundesgericht diese Streichung der Arbeitslosengelder geschützt. Nach Meinung der in Luzern ansässigen I. sozialrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts nahm der Mann die Kündigung seiner Arbeitsstelle, die kurz zuvor explizit angedroht worden, durch seine Gesprächsverweigerung in Kauf. Damit haben die Thurgauer Behörden aber zu Recht auf ein fehlerhaftes Verhalten des Mannes geschlossen. Die Kürzung der Taggelder ist deshalb nicht zu beanstanden. Der Mann muss die Gerichtskosten von 500 Franken bezahlen.