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Teenager aus Diessenhofen rütteln auf

DIESSENHOFEN. Zwei Mädchen informierten sich über das schlimme Schicksal von Kindersoldaten. Ihr Lehrer war von dem Vortrag beeindruckt. Schliesslich demonstrierten die Diessenhofer Sek-Schüler gegen den Einsatz von Kindersoldaten mit roten Händen.
Dieter Ritter
210 Schüler machten gestern am «Tag der roten Hände» mit. (Bilder: Dieter Ritter)

210 Schüler machten gestern am «Tag der roten Hände» mit. (Bilder: Dieter Ritter)

Die 14jährige Chantal Melly und die 13jährige Leoni Zahn, beide aus Diessenhofen, sammelten Fakten zum Thema Kindersoldaten. In halbstündigen Vorträgen konfrontierten sie ihre Mitschüler mit der Tatsache, dass in 22 Ländern Kinder im Alter von 8 bis 15 Jahren zum Armeedienst rekrutiert werden. Leoni Zahn erklärt die Reaktionen auf den Vortrag: «Unsere Mitschüler wussten vorher nicht, wie Kinder in den Armeen eingesetzt werden. Sie waren entsetzt.»

Die beiden Mädchen erzählten am Beispiel von Uganda, dass dort die islamischen Rebellen bei ihren Überfällen Kinder einsetzen. «Oft werden sie mit Drogen gefügig gemacht und Mädchen mit Soldaten zwangsverheiratet.» Wenn Kindern die Rückkehr ins zivile Leben gelinge, zum Beispiel durch Flucht, seien viele physisch und psychisch für ihr Leben geschädigt.

Kleiner Auftrag, grosses Ereignis

Die Idee, sich für Kindersoldaten einzusetzen, entstand in einer Geschichtsstunde. Christof Schnider, Lehrer Klasse 2b der Sekundarschule, beauftragte seine Schüler, einen Vortrag zum Thema Krieg zu halten. Chantal Melly und Leoni Zahn beschlossen, über Kindersoldaten zu referieren. Im Internet fanden sie schockierende Erlebnisberichte und einen Kurzfilm zu diesem Thema. Der Vortrag beeindruckte Schnider. Er bat die Schülerinnen, ihren Vortrag an der Lehrerkonferenz zu wiederholen. Das Lehrerkollegium fasste den Beschluss, dass die Sekundarschule gemeinsam ein Zeichen gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten setzen soll. Im Januar durften die beiden Teenager ihre Arbeit allen Klassen präsentieren. Höhepunkt der Aktion war gestern, 12. Februar, der internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, «Red Hand Day» genannt. 210 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule klebten sich rotes Papier mit einer persönlichen Botschaft auf die Hand-Innenseite. Sie schrieben «Kinder sollen nicht töten», «Kinder sollen lachen können» oder «jedes Kind hat ein Recht auf Kindheit». Alle trafen sich vor dem Letten-Schulhaus und hielten die rote Hand in die Höhe. Es war ein beeindruckendes Bild. «Leoni Zahn und Chantal Melly werden mit ihrer Schulklasse entscheiden, wohin sie die 210 roten Hände schicken werden, zum Beispiel an Politiker», sagt Schulleiter Roland Dorer.

Engagierte Schülerinnen

Die beiden Schülerinnen investierten ihre Freizeit für ihren Einsatz gegen die Zwangsrekrutierung von Kindern. Für die Vorträge mussten sie fast eine Woche Schulunterricht opfern. Leoni Zahns Steckenpferd ist Zeichnen. Sie würde gerne Grafikerin werden. «Auch ein Sozialberuf käme für mich in Frage», sagte sie. Ein weiteres Hobby von ihr ist das Reiten. Chantal Melly möchte an die Kantonsschule oder eine kaufmännische Lehre machen. Ihre Hobbies sind Tanz und Klavierspielen.

Chantal Melly, Leonie Zahn

Chantal Melly, Leonie Zahn

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