TECHNOLOGIE: Damit Automotoren länger leben

Thurgauer Unternehmen haben in der Oberflächentechnik viel zu bieten. Das hat eine Sonderveranstaltung des Thurgauer Technologieforums anschaulich gemacht.

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Jürg Huber von der Sunnen AG erläutert einem Besucher die Kreuzschleiftechnologie. (Bild: Martin Sinzig)

Jürg Huber von der Sunnen AG erläutert einem Besucher die Kreuzschleiftechnologie. (Bild: Martin Sinzig)

Als Expertenkommission, in der Wirtschaftsverbände und kantonale Behörden zusammenarbeiten, will das Thurgauer Technologieforum Impulse vermitteln und den Wirtschaftsstandort stärken. Es gehe darum, in einem ausgesprochenen Industriekanton Innovation und Unternehmergeist zu zeigen und zusammenzuführen, stimmte Brigitte Kaufmann als Vertreterin des Thurgauer Gewerbeverbandes auf den Abend ein.

Funktion für Oberflächen

Die jüngste Sonderveranstaltung vertiefte das diesjährige Schwerpunktthema «Werkstoffe – Grundlage für Innovation» und führte konkret in die Welt der Oberflächentechnik ein. Auf einem Betriebsrundgang gab die gastgebende Sunnen AG gut 50 Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in den Bau von Maschinen, welche die sogenannte Kreuzschleif-Technologie anwenden. Das spanabhebende Verfahren erhöht die Mass- und Formgenauigkeit von Bohrungen und findet in vielen Bereichen Anwendung, zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Jürg Huber, zuständig für das globale Marketing und für den Verkauf der international tätigen Maschinenbauerin, illustrierte den vielfältigen Nutzen, von langlebigeren Automotoren über mehr Sicherheit im Bahnverkehr (Schutz vor Achsbrüchen) bis zu ruckfreien und leistungsfähigen Hydraulikzylindern, wie sie in der Luft- und in der Schifffahrt zum Einsatz gelangen.

Ein weiteres Thurgauer Un­ternehmen, das sich in der Oberflächentechnik etabliert hat, ist die Eposint AG in Islikon. Sie ist Teil der deutschen Adelheim-Gruppe und stellt funktionale Oberflächen verschiedenster Art her. 100 bis 150 Werkstoffe werden zu diesem Zweck täglich verarbeitet und mittels Nasslackverfahren, Pulverbeschichtung oder Wirbelsintern auf Bauteile aus Metall, Glas oder Kunststoff aufgebracht.

Damit würden für Kunden Mehrwerte geschaffen, betonte Geschäftsführer Ralf Altheimer und nannte zahlreiche Anwendungsbeispiele in der Industrie, die letztlich den Endverbrauchern dienen. Die Palette reicht von Förderschnecken für Teigmaschinen, Pizzablechen, rutschhemmenden Oberflächen für ­Antriebswalzen bis zu Schraubensicherungen für die Uhrenindustrie.

Die vielfältigen Einblicke in die Oberflächenthematik rundete Patrik Schmutz von der Empa Materials Science & Technology mit neusten Erkenntnissen aus der Korrosionsforschung ab. Schmutz zeigte insbesondere auf, dass es auch positive Korrosionserscheinungen gebe, die zum Beispiel für abbaubare Implantate genutzt würden.

Martin Sinzig

thurgau@thurgauerzeitung.ch

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