Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Technik überlagert die Ethik»

Das Fortpflanzungsmedizingesetz gehe zu weit. Ein überparteiliches Komitee lehnt die Eingriffe deshalb ab. Die Menschenwürde werde aufs Spiel gesetzt.
Kurt Peter
Marlies Näf-Hofmann, Marlise Bornhauser, Verena Herzog, Doris Günter, Christian Lohr, Edith Wohlfender-Oertig und Brigitte Häberli. (Bild: Kurt Peter)

Marlies Näf-Hofmann, Marlise Bornhauser, Verena Herzog, Doris Günter, Christian Lohr, Edith Wohlfender-Oertig und Brigitte Häberli. (Bild: Kurt Peter)

WEINFELDEN. «Ethisch und politisch ist die Präimplantationsdiagnostik (PID) umstritten, denn sie wirft grundlegende Fragen nach dem Wert des Lebens auf», sagte Nationalrätin Verena Herzog anlässlich der Medienkonferenz. Das Problem: Der Nationalrat wolle die Möglichkeit der PID auf alle Paare, die eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen wollten, ausweiten. «Mit der Folge, dass nicht wie bisher 50 bis 100, sondern 6000 Paare die PID anwenden könnten.»

Für Ständerätin Brigitte Häberli sind das «bis zu 10 000 überzählige Embryos». Nicht ausgewählte Embryonen dürften aufbewahrt, später verwendet oder vernichtet werden. «Dieses Gesetz geht zu weit und muss verhindert werden», machte sie deutlich.

Wertedebatte führen

Es handle sich um ein bewegendes Thema, gab Nationalrat Christian Lohr zu bedenken. Er sei kein Verhinderer der PID und der Fortpflanzungsmedizin, aber «es gibt kein Recht auf ein gesundes Kind». Medizin und Forschung hätten den wichtigen Auftrag zu heilen und zu unterstützen, «aber nicht zu vernichten», machte er deutlich. Der Mensch brauche am Anfang und am Ende seines Lebens am meisten Schutz, sagte Marlies Näf-Hofmann. Die staatsrechtlichen und ethischen Veränderungen – Eingriffe in Leben und Tod – müssten der Stimmbürgerschaft klar und deutlich aufgezeigt werden. Die Menschenwürde dürfe niemals so radikal und einseitig aufs Spiel gesetzt werden, meinte sie.

Nutzen nicht erwiesen

Wie ein solches Gesetz die Wertehaltung der Gesellschaft beeinflusst ist eine grosse Sorge von Kantonsrätin Edith Wohlfender-Oertig. Die Frage nach dem Sinn der möglichen Techniken macht sich auch Kantonsrätin Doris Günter. «Die Möglichkeiten der Technik überlagern das ethisch Verantwortbare. Damit werden die gesellschaftlichen Konsequenzen übersehen.»

Dass gemäss der europäischen Dachorganisation für Fortpflanzungsmedizin der Nutzen eines Screenings für kinderlose Paare nicht erwiesen sei, machte Kantonsrätin Marlise Bornhauser zu ihrer Kernaussage. Die Aussicht auf eine Schwangerschaft nach einer Chromosomen-Untersuchung solle sogar niedriger sein. «20 bis 30 Prozent der im Reagenzglas gezeugten Embryonen kommen auf die Welt, wie gesund diese Kinder einmal sein werden, ist ein anderes Thema.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.