Technik aus Frauenfeld für schnellen Boliden

FRAUENFELD. Er heisst «Grimsel» und ist schneller als die Konkurrenz. Das bewies der Rennwagen, der aussieht wie ein etwas zusammengedrücktes Formel-1- Auto, letztes Wochenende. Auf dem Circuit de Catalunya in Spanien liess er mehr als 100 Teams aus der ganzen Welt hinter sich.

Drucken
Teilen
Chef Markus Bauer und Projektmitarbeiter Klaus Knöpfel. (Bild: Philipp Schwarz)

Chef Markus Bauer und Projektmitarbeiter Klaus Knöpfel. (Bild: Philipp Schwarz)

FRAUENFELD. Er heisst «Grimsel» und ist schneller als die Konkurrenz. Das bewies der Rennwagen, der aussieht wie ein etwas zusammengedrücktes Formel-1- Auto, letztes Wochenende. Auf dem Circuit de Catalunya in Spanien liess er mehr als 100 Teams aus der ganzen Welt hinter sich. Das Besondere an «Grimsel»: Er hat einen Elektroantrieb.

Der Rennwagen wurde vom Team Akademischer Motorsportverein Zürich (AMZ) konstruiert und wird von ihm gefahren. AMZ ist ein Team aus Studenten der ETH Zürich und der Fachhochschule Luzern.

Dem Erfolg in Spanien gingen ein vierter Platz in Silverstone und der erste Platz in Hockenheim und am Red-Bull-Ring voraus. Im direkten Vergleich zu den Verbrennungsmotoren konnte auf dem Red-Bull-Ring der Rundenrekord erreicht werden.

Spulen aus dem Thurgau

Zu diesem Ergebnis beigetragen hat die Firma Sibatron aus Frauenfeld. Denn der Rennwagen (168 Kilo, 201 PS) wird mit je einem Elektromotor pro Rad angetrieben. «Wir haben im Rahmen eines Sponsorings für die vier Elektroantriebe ein spezielles Verfahren und Werkzeuge zur Herstellung der Spezialspulen entwickelt», erklärt Markus Bauer, Geschäftsleiter und Inhaber der Sibatron AG. Hierbei müssten Leistung, Gewicht, Baugrösse und Zuverlässigkeit optimal auf den Einsatz im Rennfahrzeug abgestimmt werden. «Das Resultat ist ein Elektromotor, der eine rund 10 Prozent höhere Leistungsdichte aufweist als die Motoren der Konkurrenzteams.»

Er gab nicht auf

Die Sibatron ging vor 20 Jahren aus einem Management-Buy-out aus der Firma Alcatel hervor. Weil man für die Elektrospulen keine Zukunft sah, wurde der Betrieb geschlossen. Bauer war Betriebsleiter: Er suchte nach Arbeitskollegen, die wie er an eine Zukunft des Bereiches glaubten. Mit einem Grundstock an Aufträgen startete er die neue Firma. Mit ihm waren es damals sieben Angestellte. Heute sind es rund 25 Mitarbeiter.

Die Kernkompetenz der Sibatron liegt bei Elektrospulen. Kein Handy, elektrische Zahnbürste und schon gar kein Atom- oder Windkraftwerk funktioniert ohne Elektrospulen. (phs)

Aktuelle Nachrichten