Tariferhöhungen: «Unerfreulich, aber notwendig»

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Der Gemeinderat im Grossen Bürgersaal des Rathauses. (Bild: Reto Martin (23. August 2017))

Der Gemeinderat im Grossen Bürgersaal des Rathauses. (Bild: Reto Martin (23. August 2017))

FrauenfeldNatürlich seien Preiserhöhungen nicht erfreulich, sagte Stadträtin Elsbeth Aepli als ­Departementsvorsteherin Alter und Gesundheit. «Aber wir gehen im Alterszentrum Park haushälterisch mit unseren Finanzen um.» Die Erhöhungen seien notwendig, sonst fahre man Verluste ein, sagte die Stadträtin. Sie sprach die vom Stadtrat beantragten Erhöhungen der Wohnungspreise in der Parksiedlung Talacker an. Die Preise für Zwei-Zimmer-Wohnungen sollen ab 2018 um vier Franken pro Tag erhöht werden, Drei-Zimmer-Wohnungen sollen sechs Franken teurer werden. In der gleichen Botschaft beantragte der Stadtrat als Forderung des Kantons eine Entkoppelung der Betreuungspauschale von Pflegedienstleistungen in der Parksiedlung. Damit würden Bewohner, die an mehr als 15 Tagen pro Monat Spitex- und Stationärpflege beanspruchen, in Zukunft finanziell besser fahren. Zu den Tariferhöhungen gab es schliesslich 35 Ja-Stimmen aus dem Gemeinderat (bei drei Enthaltungen). Die Entkoppelung der Betreuungspauschale von Pflegeeinsätzen kam einstimmig durch.

Hintergrund der Anhebung der Tagespreise ist der Umstand, dass die Parksiedlung in einer Vollkostenrechnung geführt werden muss, dies schliesst auch die Abschreibungen ein. Möglicherweise wurden laut Stadträtin ­Aepli bei der Parksiedlung-Eröffnung die Wohnungspreise zu tief kalkuliert.

Zu Diskussionen führten die aus Sicht der Fraktion CH/Grüne/GLP zu wenig präzis begründeten Preiserhöhungen. Die Fraktion hatte sogar über einen Rückweisungsantrag nachgedacht, von diesem aber nach weiteren Recherchen abgesehen. Zudem hatten sich offenbar zwei Bewohner der Parksiedlung gegenüber den Gemeinderäten gegen eine Preiserhöhung ausgesprochen. Letztlich wurde aber von keiner Fraktion bestritten, dass bei einer Anpassung der Abschreibungspraxis und einer neuen linearen Abschreibungslast von 780000 Franken ab 2018 eine Preiserhöhung nötig war. ­Peter Hausammann (CH) und Ursula Duewell (FDP) hatten ­berechnet, dass eigentlich sogar höhere jährliche Abschreibungen nötig wären.

Duewell meinte, die Parksiedlung bleibe auch mit neuen Preisen konkurrenzfähig. Aufgrund des zur Verfügung stehenden Dienstleistungsangebots müsse man das Angebot mit der Friedau vergleichen – und nicht mit den Wohnungen der Genossenschaft Alterssiedlung. SP-Gemeinderätin Barbara Dätwyler sprach von einer «wohl überlegten kompletten Überprüfung der Tarife für Wohnen und Betreuung». Bei CVP/EVP hatte man sich Gedanken gemacht über eine gestaffelte Erhöhung, dies aber laut Julia Bünter (CVP) schliesslich als nicht sinnvoll befunden.

Mathias Frei

mathias.frei

@thurgauerzeitung.ch