TARIFANPASSUNG TAGESSCHULANGEBOT (TAF): Tagesschulen kosten bald mehr

Aufs neue Schuljahr hin passen Stadt und Primarschule die Preise für das Tagesschulangebot leicht an. Damit reagieren sie auf höhere Kosten für den Mittagstisch und die Betreuungspersonen.

Samuel Koch
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Die Schulanlage Huben beherbergt eine von drei Tagesschulen in der Stadt. (Bild: Donato Caspari (18. September 2012))

Die Schulanlage Huben beherbergt eine von drei Tagesschulen in der Stadt. (Bild: Donato Caspari (18. September 2012))

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Stichtag ist der 1. August, obwohl viele Kinder dann noch ihren Hobbys in den Sommerferien frönen. Ab dem offiziellen Start zum neuen Schuljahr bezahlen Eltern mehr, die ihre Kinder in eines der drei Tagesschulangebote Frauenfeld (TAF) schicken. Das haben die dafür zuständige Primarschulgemeinde und die Stadt kürzlich entschieden.

Aktuell führt die Primarschule Frauenfeld drei TAF, die als Teil der gesetzlich festgelegten familienergänzenden Betreuung angeordnet sind. Nach einem dreijährigen Pilotbetrieb nahm das TAF an der Schule Oberwiesen 2010 definitiv seinen Anfang. 2012 folgte die Tagesschule in Huben, 2015 im Langdorf. Ob gerade Schulferien sind oder nicht und unabhängig von der Tageszeit, die drei Angebote bieten aktuell 160 Kindern Platz – Tendenz steigend.

«Gesellschaft im sozialen Wandel»

Für die Stadt nehmen die familienergänzenden Angebote wie etwa die TAF in der Diskussion um die frühe Förderung eine besondere Rolle ein, wie der Stadtrat kürzlich in seiner Beantwortung auf einen parlamentarischen Vorstoss geschrieben hat. «Sie sind somit Ausdruck einer Gesellschaft, die sich in einem steten sozialen Wandel befindet», schreibt er.

Nun erfahren zumindest die TAF-Tarife eine Anpassung, an welchen sich die Eltern beteiligen müssen. Die paritätische Kommission Kinderbetreuung hat die seit fünf Jahren unveränderten Preise überprüft, Primarschule und Stadt sind der Empfehlung gefolgt und haben die Kostenstruktur angepasst. «Die Tarife sind jetzt mit denjenigen der Kitas vergleichbar», sagt die zuständige Stadträtin Christa Thorner als Vorsteherin des Departements Gesellschaft und Soziales. Für sie ist das TAF ein Erfolgs­modell.

Die Tarife, die sich aufgrund des steuerbaren Einkommens der Eltern berechnen, steigen um rund sechs bis sieben Prozent. Sowohl für die Betreuung während der Schulzeit als auch für die Betreuung während der Ferienzeit steigen die Preise «mit zwei bis fünf Franken moderat», wie Thorner meint. So kostet ein Betreuungstag während der Schulzeit mit einer Betreuungszeit von 8,5 Stunden neu minimal 23.10 Franken, der Maximalbetrag liegt bei 61.50 Franken. Für einen Betreuungstag während der Ferienzeit mit 11,75 Stunden Betreuung mindestens 32 Franken und maximal 85 Franken.

TAF auch nur während der Ferien möglich

Nebst der Harmonisierung sämtlicher Tarife der familienergänzenden Betreuung seien weitere Gründe für die Tarifanpassung verantwortlich. «Die Kosten für den sehr beliebten Mittagstisch sind etwas gestiegen», sagt ­Thorner. Zudem haben private ­Betreuungsorganisationen, die schulergänzende Betreuungen sicherstellen, ihre Preise zuletzt ebenfalls leicht erhöht.

Nebst den höheren Kosten bietet das angepasste Tarifreglement TAF weitere Neuerungen. Neu ist es möglich, dass Kinder während der Ferien das TAF besuchen, welche ansonsten nicht davon Gebrauch machen. «Dann kommt der Vollbetrag zum ­Gelten, unabhängig des Einkommens der Eltern», meint Schulpräsident Andreas Wirth. Ebenso neu im Tarifreglement ab August ist die Regelung einer Warteliste. So erfolgt die Zuteilung der Kinder bei einer Überbelegung nach strikten Regeln.

Und das Erfolgsmodell TAF soll einen weiteren Ausbau erfahren: Wenn die Schulanlage Schollenholz saniert wird und dadurch weitere Räumlichkeiten für eine Tagesschule bereitstehen.

Das neue Tarifreglement ist auf www.schulen-frauenfeld.ch ersichtlich.