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Tango bringt Walzer aus dem Takt

Les quatre salonesses liessen in der Trotte vergangene Zeiten aufleben. Ihre Musik aus der Belle Epoque bildete den Auftakt zur neuen Kulturforum-Saison – ein Genuss für Ohr und Auge.
Evi Biedermann
Regula Raas, Suzanne Minder, Anna Katharina Rebmann und Giovanna Fazio musizieren in historischen Kostümen. (Bild: Evi Biedermann)

Regula Raas, Suzanne Minder, Anna Katharina Rebmann und Giovanna Fazio musizieren in historischen Kostümen. (Bild: Evi Biedermann)

«Berührend, virtuos, Seelen erwärmend, sympathisch.» Das Publikum verteilte am Dienstagabend in der Trotte Pfyn grosszügig Komplimente. Dagegen gibt es keinen Einspruch. Die vier Musikerinnen Regula Raas, Anna Katharina Rebmann, Suzanne Minder und Giovanna Fazio boten im Kulturforum Pfyn einen genussvollen Auftritt. Die vier Musikerinnen machten den Auftakt zur neuen Kulturforum-Saison (siehe Box).

Mit Violine, Violoncello und Piano entführten sie die Zuhörer ins Zeitalter der Belle Epoque. Dazu zählen die Jahre von etwa 1880 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, als auf den Boulevards der Metropolen, in Cafés und Cabarets, Ateliers und Galerien, Konzertsälen und Salons eine hochdynamische kulturelle Entwicklung zu beobachten war. Auch die Salonmusik hielt damals Einzug.

Klänge aus dem Wien des Walzerkönigs

Dieser Musik haben sich Les quatre salonesses verschrieben. Mit Leib und Seele, denn es gibt kein Konzert ohne Kleider von damals. Glänzende Stoffe, schimmernde Knöpfe und exquisite Hüte sind das Tüpfchen auf dem i, sie geben dem Auftritt historische Zierde. Die musikalische Zeitreise führte am Dienstag vorwiegend zu den Komponisten rund um Wien. Etliche ihrer Melodien sind noch geläufig – doch wenn man nur den Namen wüsste… So etwa «Grossmütterchen» von Gustav Langer, «Heinzelmännchens Wachtparade» von Kurt Noack oder das «Neapolitanische Ständchen» von Gerhard Winkler, der seine letzten Lebensjahre in der Schweiz verbrachte. Auch Johann Strauss Sohn war im Repertoire, vom berühmten Walzerkönig waren ein «Fledermaus»-Potpourri und «Wiener Blut» zu hören.

Unerwartetes Finale mit Chorgesang

Frischen Wind in die vorwiegend im Dreivierteltakt gespielten Lieder brachten südamerikanische Rhythmen wie der Tango, die damals in Europas Tanzsäle vorstiessen und den gesitteten Walzerschritt aus dem Takt brachten. Auch der Ragtime kam zu Ehren. «Diese Musik war Vorläufer des Jazz und hatte ihre Blütezeit von 1900 bis 1914», erklärte Regula Raas, die das Publikum immer wieder über die damalige Zeit informierte. Am Schluss sangen alle mit. Zum kleinen Orchester kam plötzlich ein Chor hinzu, der seine Freude über den gelungenen Abend im Song «My Darling Clementine» kundtat.

Les quatre salonesses spielen wieder am 27. Dezember um 20 Uhr im Singsaal der Primarschule Hüttwilen, Eintritt frei.

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