TALENT: Thurgauer taucht in die Welt der Models ein

Yanis Isenring steht im Finale des Elite Model Look Contest. Es handelt sich um einen der wichtigsten Wettbewerbe für den Nachwuchs. Der 20-Jährige aus Frauenfeld hat grosse Pläne.

Désirée Wenger
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Yanis Isenring ist Finalist des Elite-Model-Look-Wettbewerbs. (Bild: Andrea Stalder)

Yanis Isenring ist Finalist des Elite-Model-Look-Wettbewerbs. (Bild: Andrea Stalder)

Ja, eitel sei er schon, gibt Yanis Isenring zu. Er achte sehr auf sein Aussehen und würde selbst zu Hause nie mit Trainerhose rumlaufen. "Zudem hasse ich, wenn jemand meine Haare anfasst", sagt er und lacht. Das dürfe nur seine Freundin, mit der er seit über einem Jahr zusammen ist.
Es ist der Traum vieler, die Realität weniger: Model werden. Einer der bedeutsamsten Wettbewerbe für Newcomer ist der Elite Model Look, er findet weltweit statt. Ende August ist in Zürich das Schweizer Finale. Der Frauenfelder Yanis Isenring ist auch dabei. Der 20-Jährige hat letztes Jahr die Matura an der Kantonsschule abgelegt und befindet sich derzeit in den letzten Wochen als Durchdiener beim Militär.

"Wenn es einen Spiegel hat, schaue ich auch rein", sagt Isenring. Das Geheimnis seiner Schönheit ist simpel: Gesund leben, kein Alkohol und keine Zigaretten. Dafür gibt es viel Bewegung, also täglich ein wenig Krafttraining. "Im Militär muss man fit sein, ich mache nicht viel zusätzlichen Sport." 
 

"Privileg, jeden Tag etwas Neues zu machen"

Nur um Schönheit gehe es beim Modeln aber nicht. "Man muss anpassungsfähig sein, sich in einen Stil hineinversetzen können. Das ist ein bisschen, wie eine Rolle zu spielen", sagt Isenring. 
Auch der aufrechte Gang eines Models sei entscheidend. "Eine gute, stolze Körperhaltung hat gleich eine ganz andere Wirkung, ob für den Laufsteg oder Fotos." Für ihn sei ein Mensch schön, wenn er selbstüberzeugt sei und an sich glaube. 

Modeln habe ihn schon immer interessiert, sagt Isenring. "Als kleiner Junge wollte ich aber Polizist werden." Isenring hatte vor seiner Teilnahme am Elite Model Look noch keine Erfahrung mit Modeln gemacht. Er setzte sich am ersten Casting in der Sihl City in Zürich gegen 120 Bewerberinnen und Bewerber durch. "Ich war sehr nervös, vor allem weil das Casting öffentlich war." Für die zweite Runde wurden alle zur Option Model Agency nach Zürich eingeladen. Schliesslich blieben elf Finalistinnen und sechs Finalisten übrig.

Vom Contest erwarte Isenring, dass er ihm die Tore in eine glitzernde Welt öffnet. "Am Beruf gefällt mir die Internationalität, dass man reisen kann." Ihn interessiere auch das Privileg, jeden Tag etwas Neues zu machen. "Meine Ambition ist neue Menschen, Orte und Kulturen kennen zu lernen. Die Modewelt macht das möglich, und die Leute in der Branche passen zu mir, das sind Künstlertypen."
 

Am liebsten Auftritte in Tanzfilmen

Wenn er den Contest nicht gewinnt, würde sich Isenring bei anderen Modeagenturen bewerben. "Sollte ich dort erfolglos bleiben, würde ich gerne an eine Schauspielschule, am liebsten in London." An der Schauspielerei interessiere ihn die Möglichkeit, in andere Menschen zu schlüpfen. "Erfahrung habe ich allerdings keine, da ich früher nicht gedacht hätte, dass dieser Beruf für mich einmal in Frage kommt." 

Isenring tanzte jahrelang Rock ’n’ Roll. Er würde das Tanzen aber nicht zu seinem Beruf machen wollen. "Ich könnte mir eher vorstellen, das Tanzen mit dem Schauspielern zu verbinden, also in Tanzfilmen mitzuspielen." Modeln, Schauspielern und Tanzen liesse sich sehr gut verbinden, wie man bei manchen Stars wie Cara Delevingne sieht.

Yanis Isenring hat an der oft unter Beschuss stehenden Modeindustrie nicht viel auszusetzen. Das einzige was ihn am Fotoshooting der Finalisten des Elite Model Look gestört hat, war das Chaos: "Alle zupften an mir herum, und weil sie sich teils nicht so gut absprachen, gab es ein Durcheinander." Man sei wie eine Puppe, das gehöre dazu. Hingegen sagt er: "Ich glaube, die Oberflächlichkeit muss man in Kauf nehmen. Es ist halt schwierig, in einem Katalog innere Werte abzubilden." Ein Vorbild hat Isenring weder im Leben noch beim Modeln. Aber: "Ich bewundere Menschen, die ihre Ziele verfolgen und ihre Träume realisieren." Sollten seine Träume nicht Realität werden, würde er wieder die Schulbank drücken und Informatik studieren.