Tagesschule kommt ins Langdorf

Die Schulen Frauenfeld eröffnen per 1. Januar 2016 in der Schulanlage Langdorf das dritte Tagesschulangebot. Das Betreuungskonzept und die Zusammenarbeit mit der Stadt hätten sich bewährt, sagt Schulpräsident Andreas Wirth.

Mathias Frei
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Andreas Wirth Schulpräsident (Bild: Reto Martin)

Andreas Wirth Schulpräsident (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Die Erfolgsgeschichte der Tagesschulangebote Frauenfeld (TAF) geht weiter. 2007 nahm sie ihren Lauf mit dem damaligen Versuchsbetrieb im Oberwiesen. Das erste TAF wurde 2010 institutionalisiert. 2012 folgte Huben. Der nächste Schritt ist nun die Tagesschule im Langdorf im Untergeschoss der Turnhalle. Den Umbaukredit über 1,6 Millionen Franken hatten die Schulbürger vergangenen November im Budget 2015 genehmigt. In den Pfingstferien sollen die Bauarbeiten starten. Und per 1. Januar 2016 öffnet das TAF Langdorf. «Schön, dass es nun dazu kommt», sagt Schulpräsident Andreas Wirth.

Hohe Auslastung

«Das bisherige Betreuungskonzept hat sich bewährt», sagt Wirth. Und die Auslastungszahlen der bestehenden Angebote im Oberwiesen und im Huben geben ihm dabei recht. Es stehen 30 beziehungsweise 40 Betreuungsplätze zur Verfügung. Im Oberwiesen sind rund 70 Kindergärtler und Primarschüler eingeschrieben, im Huben 50.

Diese Mehrfachbelegungen sind möglich, weil für den Zeitraum von 6.45 bis 18.30 Uhr bis zu vier Module buchbar sind, auch einzeln. Ein Tag teilt sich auf den Morgen vor Schulbeginn auf, den Mittagstisch, den frühen Nachmittag und die Zeit nach der Schule. Die hohe Auslastung hat auch Einfluss auf die Kostendeckung. «Die Elternbeiträge sind höher als budgetiert», sagt Wirth. Wartelisten gebe es nur für vereinzelte Module. Mit dem Mittagstisch stosse man vor allem im Oberwiesen an Grenzen.

TAF Langdorf mit 40 Plätzen

Auch mit Blick auf die Grösse der Schulanlage sind im Langdorf 40 Betreuungsplätze geplant. Im Rahmen der Sanierung der Schulanlage Schollenholz ist dort ein weiteres Tagesschulangebot vorgesehen. Ein Zeitplan für das vierte TAF besteht aber noch nicht. Gleichwohl geht dieser schrittweise und bedarfsgerechte Angebotsausbau einher mit dem Ziel einer möglichst guten TAF-Abdeckung auf dem gesamten Stadtgebiet.

Dass im Langdorf interne Abklärungen und Anpassungen an bauliche Vorgaben während der Vorbereitungszeit das Bewilligungsverfahren in die Länge gezogen haben, tut für Wirth nichts mehr zur Sache. «Der Zeitplan war von Beginn weg sehr eng.» Eröffnet wird nun erst auf 2016 und nicht wie geplant auf Schuljahresbeginn 2015/16. Ihm ist aber wichtig, dass die Langdorfer jetzt schon informiert werden konnten. Denn: «Die Kinderbetreuung plant man langfristiger.» Zufrieden zeigt sich Wirth auch mit «dem sinnvollen Raumprogramm, das wir nun realisieren».

Beim TAF arbeiten die Schulen Frauenfeld eng mit der Stadt zusammen. Wirth lobt diese gute Kooperation. Die ausserfamiliäre Kinderbetreuung fällt zwar nicht konkret in den gesetzlichen Auftrag einer Schulgemeinde, sondern wäre Sache der politischen Gemeinde. In Frauenfeld übernimmt die Schulgemeinde die Infrastruktur, das Defizit des Betriebs teilen sich Schulgemeinde und Stadt auf. Für Wirth stimmt diese Aufteilung, denn er sieht die Schulen Frauenfeld als Lern- und Lebensort, und die Ansiedlung des TAF bei der Schule schaffe Synergien.

Ein weiterer Meilenstein

Die zuständige Stadträtin Christa Thorner (Departement Gesellschaft und Soziales) ist ebenso voll des Lobes über «die Zusammenarbeit und hälftige Mitfinanzierung von Stadt und Schule, die im Thurgau Vorbildcharakter und sich sehr bewährt hat». Das TAF Langdorf sei gemäss der gemeinsamen Strategie ein weiterer Meilenstein im Aufbau schul- und familienergänzender Angebote.

Christa Thorner Stadträtin Gesellschaft/Soziales (Bild: pd)

Christa Thorner Stadträtin Gesellschaft/Soziales (Bild: pd)

Visualisierung des Mittagstisches in der Tagesschule Langdorf. Links der Blick Richtung Oberkirchstrasse. (Bild: pd)

Visualisierung des Mittagstisches in der Tagesschule Langdorf. Links der Blick Richtung Oberkirchstrasse. (Bild: pd)

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