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Täglich Gemüse frisch von gestern

FRAUENFELD. RestEssBar: So soll der Verein heissen, den der Frauenfelder Franz Gasche gründen will. Was an noch essbarem Gemüse und essbaren Früchten von Grossverteilern entsorgt wird, will er sammeln und gratis verteilen.
Mathias Frei
Früchte und Gemüse (Bild: (14562602))

Früchte und Gemüse (Bild: (14562602))

«Es ist doch verrückt, dass täglich Lebensmittel in den Abfall wandern, die man noch problemlos essen könnte.» Franz Gasche stört sich furchtbar daran – nicht erst seit Lebensmittelverschwendung, sogenanntes Food-Waste, medial in aller Munde ist. Laut der Internetplattform foodwaste.ch werden in der Schweiz jährlich zwei Millionen Tonnen einwandfreie Lebensmittel vernichtet. Das ist verrückt, Gasches Wortwahl trifft es auf den Punkt.

Eventuell auch Brotwaren

Diesem Umstand will der 57-Jährige entgegenwirken – mit dem Verein RestEssBar Frauenfeld. Gemüse und Früchte, die man noch essen kann, von Grossverteilern jedoch nicht mehr verkauft werden und entsorgt würden, will Gasche einsammeln und kostenlos abgeben. Eventuell soll das Angebot noch um Brotwaren erweitert werden. Hauptsache ist: Frischprodukte, sozusagen frisch von gestern. Darin unterscheidet sich RestEssBar von ähnlichen Angeboten wie etwa «Tischlein deck dich».

Grundsätzlich habe er kein Zielpublikum, sagt Gasche. «Jeder soll profitieren können.» Natürlich denkt er aber auch an Menschen, die finanziell oder sozial in eher prekären Verhältnissen leben, die sich kaum jeden Tag frisches Gemüse und Früchte leisten können.

Gasche selber ist IV-Rentner, weiss, was es heisst, mit Geld haushalten zu müssen. Der gelernte Maschinenschlosser war lange Jahre Lastwagen- und Buschauffeur – bis es krankheitshalber nicht mehr ging. Er kennt das wöchentliche Angebot von «Tischlein deck dich» (siehe Kasten) im katholischen Pfarreizentrum, geht regelmässig zum Mittagessen in die Gassenküche an der Grabenstrasse. «Unser Verein hat gut noch Platz in Frauenfeld», sagt Gasche. RestEssBar ergänze das bestehende Angebot. Die Idee kennt Gasche aus Winterthur. Dort gibt es einen gleichnamigen Verein. Einen Vorstand hat Gasche mittlerweile beisammen. In spätestens anderthalb Monaten soll der Verein gegründet sein.

Mit Zahlencode zu Früchten

Jetzt geht's zum einen darum, bei in Frauenfeld ansässigen Grossverteilern anzufragen, also Migros, Coop, Denner, Spar, Aldi und Lidl. Ebenfalls will Gasche Bäckereien angehen. In Zukunft sollen Helfer unter der Woche jeden Morgen bei den verschiedenen Läden Gemüse, Früchte und Brot vom Vortag einsammeln. An einem zentral zugänglichen Ort wird die Ware nach Bedarf nachgerüstet. «Da muss man dann halt jede Erdbeere schnell anschauen und die faulen aussortieren.» Dann wird ein Kühlschrank befüllt, der mit einem Zahlenschloss versehen ist. «Den Zahlencode geben wir auf Anfrage raus, damit jedermann an die Frischprodukte kommt.» Eine Mitgliedschaft dafür sei nicht nötig.

Was es nun aber braucht, sind Mitglieder, Helfer, Gönner sowie Infrastruktur in Form eines Rüsttisches und eines grossen Kühlschranks. Gasche wünschte sich im Sinne der Nachhaltigkeit einen möglichst energiearmen Kühlschrank. Auch eine mit öV erreichbare Ausgabestelle ist noch von Nöten. «Es muss kein geschlossener Raum sein, der Kühlschrank soll aber vor Wind und Wetter geschützt stehen. Ein Stromanschluss ist wichtig und nach Möglichkeit fliessend Wasser», sagt Gasche. Als nächstes will er die Hygienevorschriften bei der kantonalen Lebensmittelkontrolle abklären und auch die Stadt angehen, etwa bei der Standortfrage.

Stadt begrüsst Initiative

Ideeller Unterstützung des offiziellen Frauenfelds kann sich der RestEssBar–Verein sicher sein. «Wir begrüssen ein solches Angebot sehr. Aus unserer Sicht handelt es sich um ein vorbildliches Engagement in Bezug auf die Solidarität mit Menschen mit engem Budget», erklärt Turi Schallenberg, Amtsleiter Soziale Dienste. Betreffend Infrastruktur sei eine Unterstützung seitens der Stadt eher schwierig. «So frei und selbständig wie sich die Gruppe zu einem Verein formiert, sollte sie grundsätzlich auch die Ausgabestelle organisieren – in Zusammenarbeit mit Mitgliedern und Gönnern.» Bei Bedarf könne die Stadt aber beratend unterstützen.

Für Hinweise zur Standortsuche, Helfer- und Mitgliederanmeldung: Franz Gasche, Telefon 079 351 51 43, franz.gasche@gmail.com Facebook: öffentliche Gruppe «RestEssBar Frauenfeld»

Franz Gasche Initiant Verein Restessbar Frauenfeld (Bild: Mathias Frei)

Franz Gasche Initiant Verein Restessbar Frauenfeld (Bild: Mathias Frei)

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